Das Glaubensbekenntnis: Wie denn, wo denn, was denn?

„Ich glaube an…“ – automatisch stehe ich im Gottesdienst auf. Es ist wie ein fester Ritus. Viel nachdenken muss ich da nicht. Ich weiß ja, welche Worte jetzt kommen. Ohne viel nachzudenken spreche ich sie mit, Sonntag für Sonntag: „Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer…“ Worte reihen sich an Worte – gewichtige Worte, so scheint es! In gleichmütig gemurmeltem Ton spricht sie die Gemeinde. Nur die Konfirmanden drücken sich zuweilen gerne – haben sie den Kirchentext doch noch nicht ganz gelernt.

Aber mit Recht fragen sie: „Warum soll ich diesen Text lernen?“ Einen Text, dessen Worte sie nicht verstehen, dessen Inhalt vergangen, dessen Sprache unverständlich und dessen Theologie zum Teil wenigstens überaus fragwürdig geworden ist.

Antworten wie „Das ist doch die zentrale Zusammenfassung unseres christlichen Glaubens.“ oder: „Mit diesem Bekenntnis leben wir die weltweite Ökumene.“ befriedigen zumindest die Jugendlichen, aber auch kritisch denkende Mitchristen aller Schattierungen wenig bis gar nicht. Gegenfragen wie „Wieso gehört die ‚Jungfrauengeburt‘ ins Zentrum unseres Glaubens?“ oder „Wieso bekennen die Evangelischen die ‚christliche‘, die Katholischen dagegen aber ‚die heilige katholische‘ Kirche?“ sind zumindest erlaubt.

Gerne weichen wir in unseren Gottesdiensten auf andere, modernere Glaubensbekenntnisse (Bonhoeffer, Iona) aus. Aber das kann nun auch nicht der Weisheit letzter Schluss sein.

Nein, es gilt, das Glaubensbekenntnis, speziell das Apostolische, auf Herz und Nieren zu prüfen. Und was kann für uns Evangelische dazu besser geeignet sein, als die Heilige Schrift als Maßstab und Messlatte? Grundsätzlich ist zunächst einmal festzuhalten, dass das Apostolikum nicht in der Bibel steht, auch wenn es in vielen einzelnen Äußerungen auf Texte der Bibel zurückgreift.

Foto: Margot Kessler, pixelio.de