In Bonn geboren, wuchs ich ab dem 10. Lebensjahr in St. Augustin auf. Studiert habe ich in Bonn und Tübingen. Nach dem Vikariat in Köln-Deutz, der sog. Hilfsdienstzeit in Ruppichteroth und einer Sonderdienststelle am Niederrhein übernahm ich 1996 meine erste Pfarrstelle in Düsseldorf-Rath. Im August 2001 trat ich die Nachfolge von Uwe Schmidtmann an der Lukaskirche in Richrath an.

Bis kurz vor dem Abitur wollte ich eigentlich Biologie studieren. Ich habe mich dann aber für Theologie entschieden, da ich schon seit der Konfirmation in der Jugend- und Kindergottesdienstarbeit der Gemeinde verwurzelt war. In der Jugendarbeit erlebte ich damals eine andere, positivere Gemeinschaft und in der Kirchengemeinde einen anderen Zusammenhalt, eine größere Offenheit, aber auch Verbindlichkeit , als z.B. in der Schule. Zudem hatte ich tiefere Einblicke in den Pfarrberuf durch eine Schulfreundin, eine Pfarrerstochter.

Prägend wurde zu Beginn der beruflichen Laufbahn meine Vikariatsmentorin, heute 81 Jahre alt, eine der Pfarrerinnen der ersten Generation, die sich als Frau in einem noch von Männern geprägten Beruf oft viel erkämpfen mussten, was für Frauen im Pfarramt heute selbstverständlich ist. Ich denke, Lene Bredt, die in Richrath bereits Ende des Jahres 1963 (erst seit Februar 1963 durften Frauen offiziell eine Pfarrstelle antreten) das Pfarramt übernahm , wird es nicht anders gegangen sein. Meine Mentorin jedenfalls hat mir in ihrer offenen, kritischen und sehr direkten, aber immer fairen Art viel beigebracht.

Ihr verdanke ich es auch, dass sich im Laufe der Zeit Seelsorge zum großen Schwerpunkt meiner Arbeit entwickelt hat. Inzwischen habe ich – genau wie sie – eine Zusatzausbildung gemacht, die sich darauf konzentriert, zu lernen, wie man Menschen in schwierigen Lebenslagen durch Gespräch und Beziehungsarbeit hilfreich und bestärkend begleiten kann. Biblisch ist mir da übrigens eine mir sehr wertvolle Geschichte aus dem Neuen Testament zum Vorbild geworden, die Emmausgeschichte (Luk 24). Ich finde, sie ist ein Schlüsseltext gelingender Seelsorge, so wie Jesus die verzweifelten Jünger unaufdringlich zunächst nur begleitet, ihnen zuhört, Deutungen anbietet und sie so selbst zur Erkenntnis kommen können. Die Seelsorge- Ausbildung hilft mir in allen Bereichen meiner Arbeit, sei es im Konfirmandenunterricht oder der Seniorenarbeit, die ich auch schwerpunktmäßig gestalte.

Sorgfältige Gottesdienstarbeit ist mir wichtig. Ich bemühe ich, die Zuhörenden da abzuholen, wo sie sind, weiterführende Bilder in ihnen zu wecken und im Dialog mit biblischen Texten neue Blicke auf das Leben zu eröffnen. Ob das immer gelingt? Sicher nicht, zu unterschiedlich sind die Menschen, denen man in der Gemeindearbeit begegnet. Die Art und Weise, wie ich meine Arbeit gestalte… den einen spricht es an, die andere nicht. Das ist aber, glaube ich, in einem Beruf, in dem es um Beziehung und Kontakt geht, normal. Darum finde ich es gut, in einer großen Gemeinde mit vielen Kollegen und Kolleginnen zu arbeiten, die mit ihrer je eigenen Art Menschen ansprechen können. So haben diese die Möglichkeit, sich dort zu orientieren, wo es ihren Bedürfnissen entspricht.

Wie ich meine Freizeit verbringe, wissen viele in der Gemeinde. Sie kennen mich als „Früh“schwimmerin und leidenschaftliche Radfahrerin. Außerdem lese und fotografiere ich viel und bin an der Natur interessiert. Und als Katzenfreundin bin ich seit kurzem auch wieder stolzes „Personal“ eines wunderschönen Katers aus dem Tierheim.