Gemeindepraktikum – ein Baustein im Konfirmandenunterricht an der Martin-Luther-Kirche, der hilft, Gemeindeleben hautnah kennen zu lernen. Im November/Dezember 2013 fiel der wöchentliche Unterricht viermal aus. In derselben Zeit sollten alle Konfirmandinnen und Konfirmanden ein Praktikum von mind. vier Stunden Dauer machen, das sei sich aus einer Vorschlagsliste auswählen konnten. Hier einige Berichte (alle Nachnamen sind gelöscht):

Adventsfeier für Familien mit Kindern mit Behinderung

Am 09.12.2013 haben Rebekka und ich in der Zeit von 14.00 – 18.00 Uhr an einer Nikolausfeier mit Familien mit behinderten und nicht behinderten Kindern teilgenommen. Zuerst haben wir beim Aufbau geholfen und die Spielsachen für die Kinder aufgebaut.
Als die Familien da waren, haben die Eltern Kaffee getrunken und sich unterhalten. Rebekka und ich, haben in der Zeit mit den Kindern gespielt und auf sie aufgepasst. Da es recht viele Kinder waren, hatten wir einiges zu tun.
Später kam der Nikolaus und die Kinder waren sehr gespannt und ganz aufgeregt. Wir haben einige Weihnachtslieder zusammen gesungen und der Nikolaus hat kleine Nikolaustüten verteilt. Die Kinder haben sich sehr darüber gefreut.
Zum Schluss haben wir alles wieder aufgeräumt.

Mir hat der Nachmittag sehr gut gefallen, da es schön war, sich um die Kinder zu kümmern. Es war sehr wichtig alle Kinder gleich zu behandeln, egal ob mit oder ohne Behinderung. Ich denke, dass es wichtig ist Menschen zu helfen, die evtl. Hilfe brauchen und das müsste für alle eigentlich selbstverständlich sein.

Cimberly

Küsterdienst

Ich habe mich entschlossen, beim Gemeindepraktikum den Küsterdienst zu wählen und damit die Küsterin bzw. den Küster zwei Wochen lang bei der Arbeit rund um den Gottesdienst zu begleiten, weil diese bzw. dieser eine wichtige Funktion in der Kirchengemeinde darstellt und man dabei einen umfassenden Einblick in das Gemeindeleben bekommen kann, was das Ziel dieses Praktikums war.

Das Amt des Küsters/der Küsterin besteht u.A. darin, sich um die Vor- und Nachbereitung des Gottesdienstes zu kümmern und die Kirche herzurichten sowie im Gottesdienst für Zwischenfälle bereit zu stehen. Nachfolgend berichte ich über meine Erlebnisse als Praktikant im Küsterdienst.

Sonntag, 1. Dezember 2013 (9.30 – 13.00 Uhr)

Am Sonntag, den 1. Dezember 2013 habe ich zusammen mit einem anderen Konfirmanden – Jonas. – den Küster Herr Höflich bei seiner Arbeit begleitet. Am angegebenen Tag fanden sowohl ein Familiengottesdienst mit Pfarrer Christof Bleckmann, als auch ein „Kirchenkaffee“ und parallel dazu ein „Familiensonntag“ statt. Beides sind Veranstaltungen, welche von Gemeindemitgliedern optional nach dem Gottesdienst besucht werden können. Damit die Teilnehmer nach dem Verlassen der Kirche und dem Eintreffen in das Gemeindehaus möglichst ohne Wartezeit mit Getränken wie z.B. Kaffee und Tee oder aber auch im Fall des Kirchenkaffees mit Keksen versorgt werden können, müssen entsprechende Vorbereitungen bereits vor dem Gottesdienst getroffen werden. Hierfür haben wir jeweils 8 bzw. 18 Tassen mit Untertellern usw. auf einem Tablett in den großen bzw. kleinen Saal des Gemeindehauses gebracht, was ungefähr der kalkulierten Kapazität entsprach. Danach haben wir 5 Liter Kaffee gekocht, was mitunter eine Herausforderung darstellte, da beispielsweise eine konsistente Stärke des Kaffees sichergestellt werden muss. Schließlich haben wir von Herrn Bleckmann Materialien für den Gottesdienst, in diesem Fall einige Plakate und Glöckchen, erhalten und konnten damit die Kirche gehen.

Dort haben wir zunächst die Heizung angestellt, Teppichfliesen/Kissen auf den Boden vor dem Altarbereich für die kleineren Besucher des Gottesdienstes gelegt und die Plakate auf den Plakatständer gestellt. Danach haben wir die Mikrofonanlage eingeschaltet, welche aus verschiedenen Komponenten besteht. Es ist darauf zu achten, alle in der richtigen Reihenfolge zu aktivieren und später wieder zu deaktivieren. Nun haben wir den Adventskranz vorbereitet, indem wir die Befestigung des Schmucks daran optimiert und Streichhölzer zum Anzünden während des Gottesdienstes bereitgelegt haben. Nachdem das geschehen und die Glöckchen hinter den zwei Säulen der Kirche versteckt waren, konnten wir zurück ins Gemeindehaus gehen, um das Taufwasser und ein Glas Wasser für den Pfarrer zum Predigen zu holen. Für ersteres musste in den Kelch heißes Wasser gefüllt werden, denn es war vorgesehen, dass der Täufling mit lauwarmem Wasser getauft wird. Bis es allerdings dazu kam, ist einige Zeit verstrichen, sodass es bis dahin etwas abgekühlt ist. Ferner musste ein Waschlappen zum Trocknen des Täuflings bereitgestellt werden. Wieder in der Kirche angekommen, haben wir alles noch einmal kontrolliert und damit die Gottesdienstvorbereitung abgeschlossen. Jetzt ging es daran, die Flyer für den Gottesdienst am Eingang zu verteilen und die Gemeindemitglieder zu begrüßen. Daher war es auch nicht nötig, Nummern anzuschlagen oder Gesangsbücher zu verteilen.

Nach und nach füllte sich die Kirche. Zehn Minuten vor Beginn des Gottesdienstes schalteten wir die Glocken der Kirche ein. Schließlich war die Kirche fast voll, die Empore musste jedoch nicht eröffnet werden. Glücklicherweise hatte der Küster für uns Plätze reserviert, und so konnten wir den Gottesdienst aus der letzten Reihe mitverfolgen.

Im Gottesdienst habe ich am Anfang die erste Kerze des Adventskranzes angezündet. Später haben wir an die jüngeren Gottesdienstbesucher auch noch die Glöckchen verteilt , damit diese klingeln konnten während die Gemeinde das Lied „Kling, Glöckchen, kling!“ gesungen hat und sie danach wieder eingesammelt. Gegen Ende des Gottesdienstes sind wir noch während dem Vaterunser nach draußen gegangen und haben wieder die Glocken angestellt. Danach haben wir an die nun herausströmenden Personen Handzettel für das Mandolinenkonzert verteilt. Nachdem alle Gemeindemitglieder die Kirche verlassen hatten, musste sie aufgeräumt werden. In diesem Fall bedeutete das, dass die Kerze des Adventskranzes gelöscht werden musste, die Streichhölzer zurück in die Sakristei und die Kissen zurück ins Gemeindehaus gebracht werden mussten. Außerdem musste die Kollekte gezählt und dokumentiert sowie noch einmal überprüft werden, ob niemand der Gemeindemitglieder etwas in der Kirche vergessen hatte und die Heizung wieder abgestellt werden. Damit war die Arbeit in der Kirche getan.

Schließlich mussten wir danach noch das Geschirr vom Kirchenkaffee abspülen, da die Spülmaschine leider defekt war.

Sonntag, 8. Dezember 2013 (9.30 – 13.00 Uhr)

Am Sonntag, den 8. Dezember 2013 haben wir wieder beim Küsterdienst geholfen, diesmal jedoch der Küsterin Frau Richter. An diesem Sonntag war kein Familiengottesdienst, aber die Frauenhilfe wirkte an diesem Tag besonders im Gottesdienst mit. Insgesamt lief die Vorbereitung jedoch ähnlich ab. Zunächst gab es noch keine Aufgabe für uns, deshalb haben wir die schon anwesenden Personen beim Dekorieren des kleinen Saals im Gemeindehaus unterstützt, also dort auf den Tischen und Fensterbänken Tannenzweige ausgelegt. Danach haben wir noch kurz in der Küche geholfen und dort u.a. Gläser aus der mittlerweile erneuerten Geschirrspülmaschine in die Schränke eingeräumt. Dann kamen jedoch andere Gemeindepraktikantinnen und Gemeindepraktikanten, deren Hauptaufgabe die Vorbereitung des Basars war, daher konnten wir uns den Gottesdienstvorbereitungen widmen. Die Küsterin beauftragte uns, die zu singenden Lieder in Erfahrung zu bringen und so machten wir uns auf den Weg. Als Erstes haben wir Pfarrer Bleckmann gefragt, woraufhin er mit uns am Computer den Plan zu diesem Gottesdienst betrachtete. Zu jedem Gottesdienst im Kirchenjahr haben Pfarrer Bleckmann und Pfarrerin Duffe dort einen Gottesdienstplan mit Vorlagen für Lesungen, Psalmen, Gebeten und Liedern abgespeichert. Leider brachte uns der Plan nicht weiter und so mussten wir unsere Suche fortsetzen. Als Nächstes versuchten wir, Pfarrerin Duffe zu finden und sie nach den Liedern zu fragen. Sie verwies uns auf einen Zettel auf dem Altar in der Kirche, woraufhin wir uns auf den Weg in die Kirche machten. Dort angekommen, schalteten wir wieder zuerst die Heizung ein. Danach gingen wir zum Altar, sichteten den Liedzettel und stellten fest, dass für diesen Gottesdienst Gesangsbücher gebraucht werden würden und die Nummern der Lieder angeschlagen werden müssten, womit wir sofort begannen. Im Raum vor der Kirche gibt es viele Fächer und Schränke, in denen sich viele Dinge befinden, welche in den einzelnen Gottesdiensten im Kirchenjahr nützlich sind, u.a. also auch Nummern, die in die Tafeln an den Lautsprechen rechts und links an den Wänden der Kirche gesteckt werden können. Es ist nicht immer ganz einfach gewesen beim Bestücken der Tafeln den Überblick zu behalten, zumal man nicht nur auf die Richtigkeit und die Reihenfolge der einzelnen Lied- und Strophenangaben achten muss, sondern auch auf den verfügbaren Platz, da kann es schon mal eng werden. Doch bald schon waren alle Nummern angeschlagen und wir konnten mit den weiteren Vorbereitungen fortfahren. Dazu gehörten auch wieder das Holen der Streichhölzer und des Glases Wasser sowie das Einschalten der Mikrofonanlage und – überraschenderweise – das Aufräumen der Kirche, auf deren Bänken einige Gegenstände von den Proben der Frauenhilfe vom Vortag liegen geblieben waren. Später mussten noch Flyer für das Mandolinenkonzert geschnitten werden, welche Pfarrer Bleckmann für uns kopiert hatte – je vier auf einer Seite. Das Schneiden hat erst gut funktioniert, doch dann haben wir leider versehentlich das Papierschneidegerät zerstört. Der Rest lief reibungslos ab, wir verteilten die Gesangsbücher vor dem Gottesdienst und sammelten sie nach dem Gottesdienst wieder ein. Die Handzettel reichten auch aus, den Rest mussten wir mit einer Schere einzeln schneiden. Im weiteren Verlauf dieses Tages hat die Frauenhilfe Kaffee und Kuchen verkauft und einen Basar organisiert, den wir aber nicht mehr begleiteten.

Julius

Küsterdienst

Im Praktikum habe ich einiges gelernt. Ich habe den Küsterjob kennengelernt. Als Küster hat man einiges zu tun. Zum einen muss man als erstes den Kaffee für den Kirchenkaffee  kochen. Als nächstes muss man für den Kirchenkaffee die Tassen und die Kekse bereit stellen. Ist der Kaffee durchgelaufen, muss dieser in kleine Kaffeekannen abgefüllt werden.

Als nächstes muss die Kirche für den Gottesdienst vorbereitet werden. Als erstes stellt man die Heizung auf 21 °C ein. Wenn eine Taufe durchgeführt wird, muss das Taufbecken mit der Schüssel ausgestattet werden und das Taufwasser muss in die Kanne eingefüllt werden. Als nächstes wird die Mikrofonanlage eingeschaltet und der Mikrofonständer mit dem Mikrofon wird hingestellt. Die Liedtafeln werden als nächstes bestückt. Der nächste Schritt ist die Leute zu begrüßen und die Liedzettel oder die Gesangsbücher zu verteilen.Im Gottesdienst wird geholfen, wenn etwas passiert oder etwas fehlt oder verteilt wird.

Am Ende des Gottesdienst öffnet man die Türen und gibt den Leuten einen Flyer für Veranstaltungen. Die Kirche wird wieder in den Ursprungszustand gebracht und beim Kirchenkaffee wird alles abgeräumt und gespült. Als letztes guckt man ob alles in Ordnung ist.

Jonas