Immer wieder scheint es, als seien christliche Gemeindeaktivitäten und Beschäftigung in diakonischen Einrichtungen, wie etwa unsere gemeindeeigene Diakonie-Pflegestation zwei verschiedene Bereiche. Das ist aber nicht so, denn Diakonie (übersetzt aus dem griechischen diakonein: dienen) ist gelebter Glaube in Wort und Tat und somit ein wichtiger Ausdruck christlichen Lebens in unseren Kirchengemeinden, Kirchenkreisen, ja, in der gesamten Gesellschaft. Das gilt auch für die Diakonie-Pflegestation unserer Kirchengemeinde, die sich als lokale Gestalt von Kirche versteht und somit mit der Gemeinde in ihrer Gesamtheit eine Einheit bildet und mit ihrer Arbeit ein tätiges Zeugnis von Christus ablegen will. Und das macht „mehr“ aus, als einfach vielleicht ein paar Minuten mehr Zeit für die einzelnen zu pflegenden Menschen.

Der Mensch steht bei der Arbeit in beiden Bereichen im Mittelpunkt. Den Mitarbeitenden der Station, aber auch dem die Station betreibenden Presbyterium, liegt dabei das christliche Menschenbild zugrunde, in dem jeder Mensch als Ebenbild Gottes gesehen wird. Das bedeutet: Hier wird jeder und jede in seiner Einzigartigkeit geachtet und in seinem Recht auf Selbstbestimmung. Ebenso wird Vertrauen in seine Gaben und Fähigkeiten gesetzt. Die Motivation solcher Arbeit mit und für Menschen liegt ganz klar im Gebot der christlichen Nächstenliebe begründet. Die Identifikation mit den Hilfebedürftigen, bezieht sich auf Jesus Christus selbst, wenn er sagt: „Was ihr getan habt einem von meinen geringsten Geschwistern, das habt ihr mir getan“ (aus Matthäus 25). Das soll das Wirken der Mitarbeitenden im Pflegebereich genauso prägen, wie das Leben der Gemeinde insgesamt. Durch den direkten Bezug zu den Menschen bei den pflegerischen, aber auch seelsorgerischen Tätigkeiten wird hier der Glaube und die  Gemeinde in aller Vielfalt genauso lebendig wie in den anderen Lebensbereichen unserer modernen Kirche.

Dieses Selbstverständnis steht hinter der Entwicklung vieler, auch der großen diakonischer Unternehmungen und Einrichtungen. Sie sind meist aus Kirchengemeinden heraus entstanden sind. Das trifft z.B. auf die Bielefelder Diakonieeinrichtungen in Bethel zu, ebenso auch für die Kaiserswerther Diakonie oder gar die weltweit arbeitende evangelische Hilfsorganisation „Brot für die Welt“.
Insgesamt sind es – nicht nur in Langenfeld – viele Bereiche, in denen Kirchengemeinden diakonisch aktiv sind. Zahlreiche Menschen engagieren sich hier haupt- oder ehrenamtlich und tragen so zu einladenden lebendigen Kirchengemeinden bei. So gibt es Besuchsdienste, Gesprächskreise oder auch der Einsatz für geflüchtete Menschen und vieles mehr. Der besondere diakonische Auftrag der Kirchengemeinden bleibt es, deutlich zu machen, dass die Kirche und ihre Diakonie in der Nachfolge Jesu Christi leben, der eingeladen hat: “Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken.” (Mt 11,28)

Silke Wipperfürth

(Quelle: Infoportal Diakonie Deutschland)