Johanneskirche – Abschied und Neubeginn

Gemeindearbeit in der Stadtmitte – Komplexe Beratungen gehen voran

Das Presbyterium der Evangelischen Kirchengemeinde Langenfeld hat jetzt beschlossen, was in Zukunft mit dem Grundstück der Johanneskirche an der Stettiner Straße geschehen soll. Der größte Teil wird in Erbpacht vergeben, ein Teil wird verkauft und einen Teil behält die Gemeinde, auch das Pfarrhaus. Nach Abriss von Johanneskirche, Kirchturm und Gemeindehaus wird neu gebaut: ein kleineres Gemeindehaus und sowohl Eigentums- wie auch Mietwohnungen, davon ein Teil als Sozialwohnungen.

Einen Zeitplan gibt es noch nicht. Sobald alle Verträge unterschrieben und von den kirchlichen Aufsichtsgremien genehmigt sind, informiert das Presbyterium über den weiteren Verlauf.

Presbyteriums-Vorsitzende Karin Seitz: “Die Verhandlungen sind bei der Größe des Projektes komplex, darum lassen wir uns laufend von einem erfahrenen Projekt-Entwickler und weiteren Fachleuten beraten. Wir kommen unserem Ziel weiter näher: Die Gemeinde soll in Zukunft handlungsfähig bleiben. Wir sichern die Gemeindearbeit in der Stadtmitte. Das kleinere Gemeindehaus bietet genug Raum für ein vielfältiges Gemeindeleben und belastet den Haushalt nicht zu stark.”

Johanneskirche im CBT-Haus
Die Entwidmung der Johanneskirche vor weniger als einem Monat hat viele Menschen beschäftigt. Seitdem wird im CBT-Wohnhaus St.Franziskus Gottesdienst gefeiert. Ebenso treffen sich einige evangelische Gemeindegruppen in den Räumen des katholischen Altenhilfeträgers in der Eichenfeldstr.21. Die übrigen Gruppen nutzen freie Raumkapazitäten in den Gemeindezentren an der Erlöser-, der Lukas- und der Martin-Luther-Kirche.

Die Gemeinde lädt alle, die sich für die Johanneskirche engagieren möchten, ein, das Gemeindeleben jetzt besonders zu unterstützen.  Pfarrer Hartmut Boecker ist der verlässliche Ansprechpartner in der Stadtmitte und freut sich über rege Teilnahme.

22.2.2017

 

 

Den letzten Gottesdienst vor der Bauphase feierte die Gemeinde am Sonntag, 29.1.2017 in der Johanneskirche, Stettiner Str. 10-14. Superintendent Gert-René Loerken leitete die Feier. Hier können Sie die Predigt nachlesen.

Presbyteriumsvorsitzende Karin Seitz schreibt: (bitte anklicken)

Liebe Gemeinde,
über 50 Jahre war das Zentrum an der Johanneskirche ein Treffpunkt für viele Gemeindeglieder. Auch ich habe nach anfänglichen Schwierigkeiten, das Gebäude und den offenen Eingang zu finden, viele Stunden in Sitzungen, aber auch einige im Töpferkeller verbracht. Aber leider ändern sich Zeiten und die Anzahl der Gemeindeglieder nimmt ab, die Kosten für große Gebäude leider zu. Ein Gebäude muss nicht nur instand gehalten, sondern auch beheizt und geputzt werden. Defizitäre Haushalte haben das Presbyterium nach vielen Sitzungen und Überlegungen zu einer gesamtgemeindlichen Umstrukturierung genötigt. Alle Gemeindezentren sollten verkleinert werden, eventuell durch neue kleinere ersetzt werden. Die Johanneskirche und das Gemeindezentrum betrifft dies sicherlich am spürbarsten und schmerzlichsten. Aber der Ort für die Gemeinde wird nicht aufgegeben! Ein neues, modernes und funktionales Zentrum soll entstehen. Das Gemeindeleben wird also weitergehen: vorübergehend im Saal des CBT-Hauses an der Eichenfeldstraße und in den anderen Kirchen und Zentren der Gemeinde und dann auch wieder und neu an der Stettiner Straße. Daran arbeitet das Presbyterium mit Kraft, Liebe und Besonnenheit. Wenn auch der Abschied keinem leicht fällt, so lassen Sie uns doch Gottes neuen Wegen trauen. Denn: „Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit.“ 2. Timotheus 1,7

Mit Grüßen
Karin Seitz, Vorsitzende des Presbyteriums

Berichte und Grußworte u.a. von Bürgermeister Frank Schneider, Superintendent Gert-René Loerken, Pfarrerin i.R. Margret Overhoff und Pfarrer i.R.Dietelm Rumberg finden Sie im Gemeindebrief.
Bilder des letzten Gottesdienstes

Der letzte Gottesdienst in der Johanneskirche am 29.1.2017

Harfenmusik

Superintendent Gert-René Loerken

Vor dem Schlusssegen schließt Küster Lachmann die Kirchentür ab

Neubeginn

Die Gottesdienste finden seitdem sonntags um 9.30 Uhr im Gemeinschaftsraum im CBT-Wohnhaus St.Franziskus, Eichenfeldstr. 19 in 40764 Langenfeld statt. Dank der Gastfreundschaft des katholischen Altenhilfeträgers kann die evangelische Gemeinde weiterhin wöchentliche Gottesdienste in der Stadtmitte feiern.

Lesen Sie hier etwas über den Kirchbau der Johanneskirche und hören Sie die Glocken.

Fragen und Antworten

Was plant die Gemeinde am Standort Johanneskirche?

Johanneskirche und das Gemeindehaus (Alt- und Neubau) stehen auf einem Gelände von 2471 Quadratmetern.

Das Presbyterium hat beschlossen, was in Zukunft mit dem Grundstück der Johanneskirche an der Stettiner Straße geschehen soll. Der größte Teil wird in Erbpacht vergeben, ein Teil wird verkauft und einen Teil behält die Gemeinde, auch das Pfarrhaus. Nach Abriss von Johanneskirche, Kirchturm und Gemeindehaus wird neu gebaut: ein kleineres Gemeindehaus und sowohl Eigentums- wie auch Mietwohnungen, davon ein Teil als Sozialwohnungen.

Einen Zeitplan gibt es noch nicht. Sobald alle Verträge unterschrieben und von den kirchlichen Aufsichtsgremien genehmigt sind, informiert das Presbyterium über den weiteren Verlauf.

Presbyteriums-Vorsitzende Karin Seitz: „Die Verhandlungen sind bei der Größe des Projektes komplex, darum lassen wir uns laufend von einem erfahrenen Projekt-Entwickler und weiteren Fachleuten beraten. Wir kommen unserem Ziel weiter näher: Die Gemeinde soll in Zukunft handlungsfähig bleiben. Wir sichern die Gemeindearbeit in der Stadtmitte. Das kleinere Gemeindehaus bietet genug Raum für ein vielfältiges Gemeindeleben und belastet den Haushalt nicht zu stark.“ (22.2.2017)

Was geschieht mit dem Gebäude?

Über Johanneskirche, Turm, Alt- und Neubau muss der neue Besitzer oder Pächter bestimmen. Erwartbar ist, dass alle Gebäude abgerissen und neue Gebäude errichtet werden.

Seit wann ist die Johanneskirche geschlossen?

Seit Ende Januar 2017, denn die Gemeinde erwartet, dass Verkauf oder Verpachtung bald vertraglich geregelt sind. Der neue Besitzer oder Pächter soll zeitnah seine Projekte umsetzen können.

Wo treffen sich die Gruppen?

Im Gemeindehaus Immigrath, im CBT-Haus St.Franziskus, im ev. Kindergarten am Lilenthalweg und im Gemeindehaus Immigrath, Hardt 23.

Wo finden Gottesdienste statt?

In einem geeigneten Raum im CBT-Haus St.Franziskus, Eichenfeldstr. 19. Das ist fußläufig erreichbar und für Gottesdienste an Sonn- und Feiertagen gedacht. Wir sind dem CBT-Haus für seine Gastfreundschaft sehr dankbar.

Größere Gottesdienste mit vielen Taufen oder an Heiligabend finden in den evangelischen Kirchen statt (Lukas-, Erlöser-, Martin-Luther-Kirche).

Gibt es weiterhin Gottesdienste für Bewohnerinnen und Bewohner des CBT-Hauses St.Franziskus?

Ja, i.d.R. am ersten Freitag des Monats um 15.30 Uhr in der Kapelle. – Alle Gottesdienste sind selbstverständlich offen für alle, die kommen möchten (Die Gottesdienste am Freitag  sind offen auch für Menschen, die nicht im CBT-Haus wohnen. Die Gottesdienste am Sonntag sind offen auch für Menschen, die im CBT-Haus wohnen).

Warum kann die Johanneskirche nicht einfach weiter genutzt werden?

Weil dies den Verkauf  bzw. die Verpachtung des Grundstücks erschwert und die Johanneskirche erheblich renoviert werden müsste.

Warum bleibt nicht der Neubaus stehen, er ist erst aus den 1980er Jahren?

Weil auch dies den Verkauf bzw. die Verpachtung des Grundstücks erschwert und auch im Neubau umfangreiche Sanierungen erforderlich wären.  Das Zentrum wurde 1984 in der Erwartung gebaut, dass die Gemeinde durch Zuzüge erheblich anwachsen würde. Heute ist klar, dass die Gemeinde kleiner geworden ist und jährlich etwa um 1 % kleiner werden wird. 1983 hatte die Kirchengemeinde 18.500 Mitglieder heute sind es 14.870. Mit rund 1.500 Quadratmetern Nutzfläche – ohne die Kirche- und bei verringerten Personal kann das Zentrum nicht ausgenutzt werden. Neben den laufenden Energie und Unterhaltungskosten müsste die Gemeinde allein für die Instandhaltung nach kirchlichem Recht jährlich 30.600 € zurücklegen. Die Analyse hat ergeben,  dass der Sanierungsbedarf auch für das relativ junge Zentrum deutlich höher ist.

Wer hat das entschieden?

Das Presbyterium. Es berät sich mit erfahrenen Architekten und Projektsteuerern, die auch in anderen Kirchengemeinden ähnliche Prozesse gemanagt haben. Die Veränderungen haben sehr große Dimensionen und müssen professionell organisiert werden.

Auf welcher Grundlage wurde die Entscheidung getroffen?

Die Gemeinde hat 2012 eine Gebäudestrukturanalyse durchführen lassen. Darin sind die Gebäude untersucht worden, aber auch die Mitgliederentwicklung und die allgemeine Kostenentwicklung. Die Finanzlage ist von der Konjunktur und der Mitgliederentwicklung abhängig. Die Gemeinde schrumpft  (demographischer Wandel und Kirchenaustritte). Die Kosten steigen u.a. durch die steigenden Pflichtumlagen an die Landeskirche und auch durch steigende Energiekosten und die Lohn- und Gehaltsentwicklung.  Eine Gebäudestrukturanalyse hat ergeben, dass die Sanierungskosten der gemeindlichen Gebäude in den nächsten 15 Jahren die Gemeinde überfordert hätten. Personalkosten sind der größte Anteil an den Ausgaben. Die Gemeinde baut Personal sozialverträglich ab.

Ist die Gemeinde informiert worden?

Seit Jahren erläuterte das Presbyterium in Gemeindeversammlungen den Anwesenden die kritische Finanzlage. Der Plan, Gemeindehäuser zu verkleinern oder aufzugeben, wurde vermittelt und öffentlich diskutiert. Das Presbyterium orientiert sich bei seinen Entscheidungen auch an dem, was Gemeindemitglieder wünschen.

In der Gemeindeversammlung 2014 hatte das Presbyterium vorgeschlagen, das Gemeindehaus Immigrath aufzugeben und dort Wohnungsbau zu ermöglichen. Dies wurde auf der Gemeindeversammlung 2014 massiv abgelehnt. Also hat das Presbyterium diesen Plan geändert: Das Zentrum an der Erlöserkirche wird saniert, das Gebäude das ehemaligen Gemeindeamtes wird aufgegeben und das Gemeindebüro im Gemeindezentrum untergebracht. Das Gemeindezentrum Johanneskirche wird massiv verkleinert. Diese Entscheidung wurde sowohl in der Rheinischen Post bekanntgegeben und auch im Gemeindebrief Mai/Juni 2014 erläutert worden. Es war den Gemeindemitgliedern klar, dass dann das Zentrum Johanneskirche massiv verkleinert werden muss.

Eine Abschiedwoche fand vom 24. bis 28.1.2017 statt.

Dienstag, 24.1.2017
10.00 – 10.15 Uhr Morgenandacht
10.30 – 12.00 Uhr „Erzählcafé“ – Erzähl doch mal, wie war es damals in der JoKi
15.00 – 18.00 Uhr Letzter Konfirmandenunterricht in der JoKi
18.00 Uhr Abendandacht

Mittwoch, 25.1.2017
10.00 – 11.00 Uhr Kindertagesstättengottesdienst
11.00 – 12.30 Uhr Zeit der Stille
15.00 – 18.00 Uhr Leise Musik in der Kirche
18.00 Uhr Abendandacht

Donnerstag, 26.1.2017
10.00 – 10.15 Uhr Morgenandacht
10.15 – 12.30 Uhr Zeit der Stille
15.00 – 16.30 Uhr Offenes Singen mit Kirchenmusikern
16.30 – 18.00 Uhr Zeit der Stille
18.00 Uhr Abendandacht

Freitag, 27.1.2017
10.00 – 10.15 Uhr Morgenandacht
10.15 – 12.30 Uhr Zeit der Stille
15.00 – 18.00 Uhr Zeit der Stille, besonders für Familien und Berufstätige
18.00 – 18.15 Uhr Abendandacht
18.15 – 22.00 Uhr „Stettiner Party“ für alle Mitarbeiter im Haus, Ehrenamtliche wie Hauptamtliche (organisiert von der „Jugend“)

Samstag, 28.1.2017
10.00 – 12.30 Uhr Zeit der Stille
15.00 – 18.00 Uhr „Tag der offenen Tür“ für das gesamte Haus
18.00 Uhr Abendandacht / Ausklang

Sonntag, 29.1.2017
11.00 Uhr Abschiedsgottesdienst zur Entwidmung der Johanneskirche

Was geschieht mit dem Inventar der Johanneskirche?

Für alles Inventar wird eine sinnvolle Verwendung gesucht. Z.B. werden viele Gegenstände in den anderen Gemeindezentren gebraucht.

Die Orgel ist einer reformierten gemeidne in Ungarn verkauft worden. Lesen Sie hier den Bericht.

Foto: Gemeinde