Interview mit Ute Grapentin, Kantorin der Martin-Luther-Kirche

zur Aufführung des Oratoriums „Elias“ von Felix Mendelssohn Bartholdy
am 31. Mai 2015 um 17 Uhr in der katholischen Kirche St. Martin in Richrath

 

Der „Elias“ ist bekannt als aufwändiges Stück. Wieviele Leute kommen dafür insgesamt zusammen?

120 ChorsängerInnen, das Werk braucht diese auch.

Und an Musikern?

In Symphonieorchesterstärke, das heißt etwa 35 Musiker, von Orgel angefangen über Blech- und Holz-Bläser, Streicher, Pauken und Trompeten, alles, was das Herz begehrt.

Da reicht der Reusrather Chor ja nicht aus. Wie ist die Idee zur Zusammenarbeit mit anderen Chören und Gemeinden entstanden?

Das war ein glücklicher Zufall: Ich wurde als Aushilfschorleiterin bei der ChorAkademie verpflichtet und wir mochten uns sofort. Der Walder Oratoriumschor hat sich dann gefreut, auch mitwirken zu können.

Wer hat die Leitung des Gesamtstücks, der einzelnen Chöre und des Orchesters?

Ich habe die Gesamtleitung, die Einstudierung haben die jeweiligen Chorleiter übernommen: Artur Rivo und Charlotte Voget.

Wie wird geprobt?

Die Chöre haben zunächst einzeln die Töne geprobt und dann wurden gemeinsame Proben angesetzt; unter anderem auch zwei sehr ausführliche Probenwochenenden im Sauerland und danach in Reusrath, im gesamten Saal des Gemeindehauses, damit wir alle Platz haben.

Was sind die besonderen Herausforderungen bei diesem Stück?

Die unterschiedlichen Stimmungen, die der Chor darstellen muss: Verzweiflung, Wut, Hass, Tröstungen und Dankbarkeit.

Wie verlaufen die Proben eines solch aufwändigen Stückes: eher angespannt oder locker?

Ach, eigentlich ist es immer lustig, anders kann man das gar nicht erarbeiten. Die Menschen müssen bei dieser anstrengenden Arbeit unbedingt auch lachen und Freude haben, anders geht’s nicht!

Wie würden Sie den Hintergrund des Elias beschreiben?

Es ist eine einmalig intensiv komponierte Musik, die in der Komposition unbedingt auch rhetorisch ist. Dies kenne ich so genial eigentlich nur von Johann Sebastian Bach.

Was ist das Besondere am Elias, an der aktuellen Inszenierung?

Man muss wissen, dass Mendelssohn nach dem Krieg fast vergessen war, da seine Kompositionen im Nationalsozialismus verboten waren. Er war nur bekannt als der Wieder”erfinder” der Bachschen Matthäuspassion.
Und so ist dieses große Oratorium eben etwas ganz Besonders: mit Chor, Solisten und großem Orchester; dazu auch noch ein Kinderchor, ebenfalls von der ChorAkademie.
Die aktuelle Inszenierung ist auch deshalb so besonders, weil sich so viele Menschen, die sich vorher nie kannten, zum gemeinsamen, begeisterten Musizieren zusammen gefunden haben.

Wieso nur eine Aufführung, wenn so lange und aufwändig geprobt worden ist? Oder gibt es noch eine weitere in Solingen?

Am Sonntag, den 7. Juni 2015 wird es eine weitere Aufführung in der Lutherkirche zu Solingen geben. Dies ist für mich besonders emotional, da mein Vater, Karlheinz Grapentin, dort jahrzehntelang als Kantor tätig war und dort auch den Elias 1972 als einer der ersten dort aufgeführt hat.

In einem Satz: Was erwartet die Besucher am 31. Mai 2015 um 17 Uhr in der Richrather Kirche St. Martin und eine Woche später in der Lutherkirche in Solingen?

Hoffentlich Gänsehaut!

 

 

Das Interview führte Cara Kanter, Online-Redakteurin bei www.kirche-langenfeld.de

Mehr über Ute Grapentin finden sie hier

 

Foto: C. Bleckmann