Informationen aus dem Presbyterium

(März 2015) Vor der Umsetzung kommt die Planung

Lenkungsausschuss arbeitet intensiv an Lösungen, die den Gemeindehaushalt sanieren.

Die Evangelische Kirche hat kein Geld. Für den aufmerksamen Leser keine neue Botschaft, liest er doch regelmäßig in der lokalen und überregionalen Presse über dieses Thema.
Und spätestens seit der letzten Gemeindeversammlung wissen die Langenfelder Gemeindeglieder, dass auch in ihren Bezirken der Gürtel enger geschnallt werden muss.

Die vor zwei Jahren durchgeführte Gebäudestrukturanalyse deckte einen immensen Sanierungsstau auf. Keines der vielen Gebäude der Evangelischen Kirche in Langenfeld – Sakralbauten sind genauso betroffen wie Gemeindehäuser – ist in einem akzeptablen Zustand, überall werden in den nächsten 15 Jahren Sanierungskosten im zumeist 6-stelligen Eurobereich anfallen. Ausgaben, die die Gemeinde nicht durch entsprechende Einnahmen abdecken kann.

Um die wirtschaftliche Selbstständigkeit und Selbstbestimmung unserer Gemeinde zu erhalten, hat sich das Presbyterium im vergangenen September nach langen und kontroversen Diskussionen zu nicht unerheblichen Einschnitten entschlossen. Zwar wurde entschieden, vier  Standorte zu behalten, mehr oder weniger massive Veränderungen wird es aber an allen Standorten geben. Dies betrifft die Reduzierung der zu bewirtschaftenden Fläche genauso wie ein sozial verträglicher Stellenabbau.

Seit der Entscheidung ist es in der Öffentlichkeit ruhiger geworden um das Thema und manch ein distanzierter Beobachter unkt über den berühmten Sturm im Wasserglas. Doch der Eindruck täuscht, denn in den Bezirken wird bereits in Projektgruppen an der Planung der zukünftigen Raumsituation getüftelt. Welches Platzangebot brauchen wir für die Zukunft, wo können wir Gruppen zusammenlegen, wie können Belegungspläne optimiert und damit die Auslastung eines Gemeindehauses verbessert werden, wie machen es andere Gemeinden?

Koordiniert werden die Projektgruppen durch einen, eigens für dieses Projekt zusammengestellten Lenkungsausschuss, der aus Presbytern und Pfarrern besteht. Der Ausschuss wird von den Presbyterinnen Karin Kricsfalussy und Iris Kasel geleitet. Aus dem Pfarrerkollegium gehören Angela Schiller-Meyer, Annegret Duffe und Andreas Pasquay sowie unser Präses Friedrich-Wilhelm Frank, die Kirchmeisterin Karin Seitz und der Presbyter Lothar Marienhagen dem Gremium an.

Wolf R. Schlünz - Projekte

Wolf R. Schlünz – Projekte

Unterstützt wird der Lenkungsausschuss durch Herrn Dipl.-Ing. Wolf R. Schlünz, Bonn, der ein ausgewiesener Experte für die Projektsteuerung kirchlicher Bauvorhaben ist.

Durch die Presbyteriumsentscheidung wurden die großen Eckpfeiler der Veränderung festgelegt: So wird in Richrath ein neues, deutlich kleineres Gemeindehaus gebaut, die Kirche wird energietechnisch saniert; an der Hardt wird das Gemeindehaus vollständig saniert und umgebaut; an der Stettiner Straße entsteht ein multifunktionaler Sakralraum. Für die weitere Detailplanung hat der Lenkungsausschuss mit der Auswahl geeigneter Architekten begonnen. Ziel ist es, die Bauplanung bis Ende des Jahres abgeschlossen zu haben, um in 2016 zügig mit der Umsetzung zu starten.

Dem Bezirk Martin-Luther-Kirche in Reusrath bleibt voraussichtlich eine größere Veränderung erspart, dort setzt sich seit mehr als 10 Jahren ein sehr engagierter Förderverein erfolgreich für den Erhalt des Gemeindehauses ein.

Was passiert mit den freiwerdenden Flächen?

Zurzeit prüft der Lenkungsausschuss Vermarktungs- und Investitionsmöglichkeiten für die in Richrath, an der Hardt sowie an der Stettiner Straße frei werdenden Flächen. Dabei wird auch über die Möglichkeit der Investition z. B. in Wohnungsbau nachgedacht, denn nicht in jedem Fall ist der Verkauf die ökonomisch richtige Entscheidung, insbesondere dann, wenn die Gemeinde langfristig verantwortungsbewusst wirtschaften möchte. Hierzu gibt es heute noch keine abschließende Bewertung. Ziel des Presbyteriums ist es, der Gemeinde bis zum Spätsommer ein fundiertes Vermarktungs- und/oder Investitionskonzept vorzustellen, das auch die notwendige Zustimmung des Kirchenkreises hat.

Sparen, Einschränken, Zusammenlegen – der Anfang vom Ende?

Natürlich sind Einschnitte nicht schön, Veränderungen werden von den wenigsten Menschen mit Freude angenommen
und oft machen sie traurig und wütend. Das ist auch im Fall unserer Gemeinde nicht anders. Oder doch? Während die Finanzexperten noch rechnen, haben sich viele Gemeindeglieder und Mitarbeiter längst schon auf den Weg gemacht. Da wird mit sehr viel Herzblut an Lösungen und Ideen für Einsparungen gearbeitet, der Wille, das Ruder herumzureißen, ist deutlich spürbar. Und vielleicht ist dieses „Ärmelhochkrempeln“ auch eine Riesenchance für unsere Gemeinde.

Da wächst was zusammen, da entsteht etwas Neues.

Karin Kricsfalussy, Presbyterin und Vorsitzende des Lenkungsausschusses