ICH bin … ICH – Neue Themenreihe “Bibelarbeit an der Erlöserkirche”

Licht Bibliodrama Dez 2015 Kopie10. Dezember 2015
„Ich bin das Licht der Welt“ (Joh 8,12)
Die Steine, mit denen die Frommen die ‚Sharia‘ ausüben wollten, um die Frau zu steinigen, die ihre Ehe gebrochen hatte liegen noch auf dem Boden. Es war nicht geschehen. Jesus hatte ihnen den Spiegel vorgehalten: „Wer ohne Sünde ist, werfe …!“ Genau in diesem Zusammenhang spricht der Gottes- und Menschensohn sein berühmtes Wort vom ‚Licht der Welt‘: Es geht um das Licht, dass gerechte Verhältnisse öffnet und in die Nachfolge ruft. Diesem Licht folgt die Bibelarbeit in der Reihe der „Ich-Bin-Worte“ zu dem Pfarrer Andreas Pasquay am 10. Dezember 2015 um 20.00 Uhr in die Erlöserkirche lädt

‚Wer bin ich?‘ – die Frage stellt sich oft und das nicht nur in Anlehnung an jenes berühmte Gedicht Dietrich Bonhoeffers, der sich angesichts seiner aussichtslosen Lage im Militärgefängnis Berlin-Tegel fragte „Bin ich das wirklich, was andere von mir sagen? Oder bin ich nur das, was ich selbst von mir weiß?“ und der schlussendlich doch in das Bekenntnis einstimmen konnte „Wer ich auch bin, Du kennst mich, Dein bin ich, o Gott!“
Es geht um Selbsterkenntnis, Selbstfindung und Selbsterfahrung (aber eben nicht ausschließlich im gemein gruppentherapeutisch Sinn). Es geht immer auch um die Erkenntnis seiner/ihrer Selbst im Licht der GOTTes(er)furcht und –freude. Selbsterkenntnis und GOTTvertrauen gehen (mit)einander ‚Hand in Hand‘ und heben so auf der Spurensuche nach der eigenen Identität den/die Suchende in eine neue Dimension der Freiheit. „Wir sehen jetzt durch einen Spiegel ein dunkles Bild; dann aber von Angesicht zu Angesicht. Jetzt erkenne ich stückweise; dann aber werde ich erkennen, wie ich erkannt bin.“ (1. Kor 13,12)
Auf dieser Suchbewegung werden die Gruppe zuallererst die sogenannten ‚Ich-bin-Worte‘ Jesu aus dem Johannesevangelium begleiten (z.B. „Ich bin der gute Hirte; der gute Hirte lässt sein Leben für die Schafe.“ (Joh. 10,11)) In gemeinsamer Arbeit mit bibliodramatischen Elementen steht das, was der Auferstandene über sich und die Seinen aussagt im Vordergrund – im Hintergrund aber immer auch, was dies in persönlicher, biographischer und existentieller ART&Weise für den/die einzelne Teilnehmerin der Gruppe aussagt (oder aussagen kann). Also (im Beispiel geblieben) ob die ‚Hingabe‘, von der Christus spricht („lässt sein Leben für “) auch im eigenen Erfahrungs- und Sinnhorizont einen ‚Sitz im Leben‘ hat.
Die Bibel – vor allem auch das Erste (Alte) Testament kennt eine große Anzahl weiterer ‚Ich-Bin‘-Aussagen (z.B. „Ich bin wunderbar gemacht“ Ps 139,14, „Ich bin ein Mensch, der Elend sieht“ Klagelieder 3,1 oder auch „Ich bin, der ich bin“ Ex 3,14). Auch sie werden (in Auswahl) Textmaterial und Grundlage des Gespräches und des Austauschs in der Gruppe dieser besonderen Bibelreihe sein.
Seit vielen Jahren arbeitet Pfarrer Andreas Pasquay (Lehrbibliodramatiker GfB und Playing Artist) mit Menschen ganz unterschiedlicher Glaubensform, Konfessionalität und religiöser Geschichte zu biblischen Texten und Themen, die ‚das Leben schreibt‘. Es ist eine spannende, erfahrungsorientierte, kritische und befreiende Arbeit – oft nahe der Kunst & Ästhetik. Oft sagen die Teilnehmenden nach einem der Abende „Das war für mich wie ein Gottesdienst – nur eben ganz anders.“
Vorbedingungen der Teilnahme gibt es nicht. Jede/r der/die auf der Suche nach überzeugenden Formen des Glaubens und der eigenen Person ist, ist eingeladen. Es gibt kein ‚Richtig‘ und ‚Falsch‘, vielmehr gibt es viel an ehrlicher Sinnsuche, Bewegung, Fröhlichkeit und kritischem Ernst. Und der Geist Gottes, der/die immer auch das Seine/Ihre mit in den Prozess mischt hält seine/ihre Hand bewahrend über dieser Arbeit.
Neugierig geworden? Dann kommen sie zu den nächsten Abenden im 2. Halbjahr (15. Oktober, 19. November oder 10. Dezember um 20.00 Uhr in die Erlöserkirche – oder – setzen Sie sich mit Pfarrer Pasquay in Verbindung (02173/22354 oder andreas.pasquay@kirche-langenfeld.de)

Grafiken: Andreas Pasquay