„himmelhochjauchzend zutodebetrübt“

Es sind diese kleinen, gelben Kugelgesichter, die in der Sprach- und Kommunikationswelt von WhatsApp ihr Wesen bzw. ihr Un-Wesen treiben, so sehr, dass sie zuweilen fast ganz Buchstaben und Worte verdrängen. Ganze Bot- schaften können mit ihnen übermittelt werden, auf kurzem Wege, in knappen Zeichen und ganz und gar unkompli- ziert. Und ich selber gebe es unumwunden zu, dass auch ich mit ihnen gerne spiele und auf meinem Smartphone nachschaue, welch neue Emoticons es denn auf dem ‚Markt der Möglichkeiten‘ gibt.

‚Emoticons‘ – so heißen sie diese kleinen Zeichen. Sie können alles ausdrücken, was Menschen bewegt und umtreibt. Witzig, locker und leicht schauen sie aus, wenn sie mit ihren Augen rollen „Obacht, da ist jemand s a u e r !“, eine rote Birne kriegen „Vorsicht, da ist einer aber so richtig w ü t e n d !“, versonnen lächeln „Wie schön, ich denk ganz l i e b an dich!“, eine schwarze Sonnenbrille tragen „Ich zeig Dir doch nicht was ich denke. Ich bin nämlich v o r s i c h t i g und verschlossen“ – oder – wenn sie mit einem kleinen Heiligenschein daherkommen „Halleluja – die Welt ist schön und voller Freude … und ich bin einfach nur f r ö h l i c h!“

Eine Kunst ist das, sich über und mit diesen kleinen Emo- ticon-Zeichen zu unterhalten, eine Kunst deswegen, weil es eine Kommunikation allein über die Gefühle (Emoticons/ Emotions) ist. Und das ist schon etwas Besonderes. Denn die Gefühle verstecken wir oft hinter einer scheinbar nur rationalen Sachlichkeit, die aber oftmals mehr oder weniger nur die Unsicherheit im zwischenmenschlichen Umgang zeigt – so jedenfalls kommt es mir persönlich oft vor. Eine Sprache, die den Emotionen, den Gefühlen mehr Raum lässt, sich aber nicht nur auf die kleinen verspielten Zeichen beschränkt, wünsche ich mir oft – auch in der Kirche und gerade auch in den Gottesdiensten und Predigten. Denn da – so scheint es mir jedenfalls – geraten die Gefühle oft aufs Nebengleis und werden überholt von dogmatischen Nichtigkeiten, kirchenpolitischen Feigenblättern und leeren Worthülsen. Das aber, was ich fühle – in der Tiefe meines Herzens – ist entscheidend, wenn es um GOTT und die Welt geht. Das will ich berührt wissen, wenn mir GOTTes Wort im ‚Hier und Jetzt‘ ausgelegt und nahe gebracht wird. Denn GOTT ist doch der, der mich „unmittelbar angeht!“ Diesen Versuch wagen die TeologInnen unserer Kirchen- gemeinde in diesem Sommer, indem sie ihre Predigtreihe den „Emotions/Emoticons“ widmen „himmelhochjauch- zendzutodebetrübt “. Dabei geht es locker und leicht zu – es ist eben Sommerzeit – und zugleich rühren die Predigten an die Tiefe der biblischen Texte.

Unsere Emotions/Emoticons:

• „Freude“ und „Zorn“ Luk 15,11–32, Christof Bleckmann und Dominik Pioch,

• Auf der Suche nach „Glück“ Mt 5,1–2, Hartmut Boecker,

• Zutiefst „enttäuscht“ Jona 4, Annegret Dufe,

• Ein Gottesdienst zur „Dankbarkeit“ Ps 103,1–5, Gerd Heidchen,

• „Enttäuschung – das Mose-Prinzip 5 Mose 34,4, Arnold Köppen,

• Lust“ auf …??? GOTT 2 Sam 11, Andreas Pasquay,

• Alles „Kitsch“ von gestern (Sentimentalitäten) Ps 111 Dominik Pioch,

• Zwischen „Angst“ und „Seelenruhe“, Luk 12,16–21, Angela Schiller-Meyer,

• Zwischen „Konkurrenz“ und Familien-„Sinn“ – Jakob und Esau“ Gen 27, Silke Wipperfürth.

An zwei Sonntagen gibt es Besonderes: Am 14. Juli feiert die Gemeinde Goldkonfrmation an der Martin-Luther- Kirche und am 25. August singen die S(w)inging Family im Gottesdienst an der Erlöserkirche. Also – lassen Sie Ihren Emotionen freien Lauf und werden Sie neugierig auf das, was Ihnen die evangelischen PredigerInnen in Langenfeld sommerlich-licht und fröhlich-leicht aus ihren Gefühlswelten aufzeigen.

Pfarrer Andreas Pasquay

(Grafk: © Pasquay/pixabay)