Bericht von der Gemeindeversammlung in der Johanneskirche

Die jährliche Gemeindeversammlung fand am 30.3.2014 in der Johanneskirche statt. Pfarrerin Annegret Duffe konnte über 200 Personen begrüßen. Thema war die Gebäudestrukturanalyse, die das Presbyterium durchgeführt hat. Vor weitreichenden Beschlüssen wollte die Gemeindeleitung die Meinung der Gemeinde erfahren.

Architekt Volker Langenbach (Köln) stellte das Ergebnis einer fast 2-jährigen Beratung vor. Wenn nichts passiert, wird die Gemeinde finanziell handlungsunfähig: die Kosten für Personal und Gebäudeunterhaltung übersteigen schon jetzt die Einnahmen um rund 400.000 € jährlich. Demographiebedingt nimmt die Zahl der  Gemeindemitglieder jährlich um ca. 1 Prozent ab.  Das Presbyterium, so stellte Volker Langenbach vor, will die vier Standorte erhalten, aber die Kosten verringern:

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  • In Immigrath soll das Gemeindeamt und das sanierungsbedürftige Gemeindehaus verkauft werden. An der Stelle könnten Wohnungen gebaut werden, aber auch einige Räume für Gemeindearbeit neu entstehen. – Der Vorschlag wurde auf der Versammlung scharf kritisiert. Vor allem Vertreter der Jugendarbeit beklagten, dass der von Bands genutzte Jugendkeller dann aufgegeben würde. Konzerte auf dem Gemeindehausplatz könnten nicht mehr stattfinden. Als Vertreter überreichte Marius Laake eine Sammlung von 1.500 Unterschriften gegen die Schließung des Jugendkellers.
  • In der Johanneskirche in der Stadtmitte soll ein Nachbargrundstück verkauft und das Gemeindezentrum verkleinert werden. Auch dies wurde von Vertretern der Jugendarbeit kritisiert als “Flickwerk”. Man solle lieber die Johanneskirche und das Zentrum ganz verkaufen: “Unser Denkansatz soll ein zukunftsorientiertes, handlungsfähiges Zentrum (in Immigrath) ermöglichen, in dem, wenn nicht alle, dann so viele wie möglich, der Angebote weiter möglich sind”, auch die Bandarbeit. – Andere Anwesende betonten die Bedeutung der Johanneskirche als einzige Kirche in der Stadtmitte, in deren Nähe besonders viele Gemeindemitglieder leben.
  • In Richrath sollen die Pfarrhäuser verkauft und anstelle des Gemeindehauses ein kleiner moderner Anbau an die Lukaskirche entstehen. Die Alte Schule soll weiter der Jugendarbeit dienen.
  • In Reusrath soll das Gemeindehaus dem Förderverein übertragen werden.

2014 Gemeindeversammlung Langenbach webIn der Diskussion zeigte sich, dass sich viele Gemeindemitglieder für die Entwicklung der Gemeinde interessieren. Alle Diskussionsbeiträge wurden protokolliert und werden vom Presbyterium beraten. Das Presbyterium strebt einen Grundsatzbeschluss an, der ein Ziel und den groben Rahmen aller Bemühungen steckt. “Wir brauchen die Ideen und die Kraft vieler Menschen, um am Ende eine lebendige Gemeindearbeit bei ausgeglichenem Haushalt zu haben”, sagte Pfarrerin Annegret Duffe. Seine Unterstützung sagte Bürgermeister Frank Schneider zu, der der lebhaften Debatte folgte.

(Text und Fotos: Christof Bleckmann)

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Das Thema in der Lokalpresse

Artikel über den beschlossenen Rahmenplan der Einsparungen in der Rheinischen Post, 10.4.2014
Artikel mit Einzelheiten zum Presbyteriumsbeschluss zu Einsparungen auf WZ-Newsline, 9.4.2014
Artikel über einen Appell der Grünen, das Kellercafè zu erhalten auf WZ-Newsline, 7.4.2014
Nachricht von der Gemeindeversammlung bei Radio Neandertal 1.4.2014
Artikel über geplanten Abriss und das weitere geplante Sparkonzept in der Rheinischen Post, 1.4.2014
Artikel über Gemeindeversammlung mit Diskussion um Einsparungskonzept in der Rheinischen Post, 31.3.2014
Artikel über die Planung von notwendigen Sparmaßnahmen auf WZ-Newsline, 26.3.2014
Artikel über massiven Spardruck in der Kirchengemeinde in der Rheinischen Post, 13.3.2014