„Heinrich Heine… meine ferne Liebe“ – Frauenabend „Senfkorn“

„Heinrich Heine… meine ferne Liebe“ – Frauenabend „Senfkorn“
Die Germanistin Iris Schuchardt führt durch diesen anregenden und kostenfreien Abend und sagt: Er nannte Deutschland sehnsuchtsvoll „meine ferne Liebe“, aber Deutschland sah in ihm bis im unsere Tage den Nestbeschmutzer. Er gilt im Ausland als größter deutscher Dichter neben Goethe, aber Deutsche beschimpfen ihn als „undeutsch“ und hätten seine Werke am liebsten vergessen gemacht – und sangen seine Loreley als „Volkslied“. Er sehnte sich nach einem gefühlvollen romantischen Naturerlebnis und verkündete dessen Ende. Er beschwor deutsche Freiheit und verehrte Napoleon, er bekundete sein Verständnis für die Kommunisten und verkündete: „Die Kunst ist aristokratisch!“ Heinrich Heine, ein Freiheitskämpfer, der Parolen verabscheute, ein Spötter mit gebrochenem Herzen: jemand, der in keine Schublade passt. Jemand, den man nicht vergessen sollte, denn:
„Ist man tot, so muss man lang
Im Grabe liegen, ich bin bang,
Ja, ich bin bang, das Auferstehen
Wird nicht so schnell vonstatten geh`n.

Renate Brüll, Angela Schiller-Meyer

Montag 7. Mai 2018, 20.00 Uhr
Gemeindezentrum Erlöserkirche, Hardt 23