Glocken der Johanneskirche gehen in die Ukraine

Die Glocken der Johanneskirche werden Dienstag, den 18.12.2018 ausgebaut

Das Traditionsunternehmen Petit & Gebr. Edelbrock Glocken- und Kunstguss-Manufaktur in Gescher (Westfalen) wird die drei Gussstahl-Glocken aus dem Turm ausbauen und über Weihnachten und Neujahr in seinen Räumen lagern, bis sie Anfang des neuen Jahres in die Ukraine geholt werden. Dort sollen sie bald wieder zum Gebet rufen: in der Klosterkirche zur Allerheiligen in Belaja Zerkov, ca 80 Km südlich von Kiew. Durch die Glockenbörse wurde das Kloster aufmerksam. Der Preis, den die Gemeinschaft aufbringen kann, entspricht ungefähr den Kosten für den Ausbau und die Vermittlung, die wir aufwenden. Die Kirchengemeinde macht keinen Gewinn ist jedoch froh, dass die Glocken weiterhin zum Gebet rufen. Sie werden in der Ukraine von Hand geläutet werden, weil das Kloster die Kosten für den Aufbau, Betrieb und die Wartung von Läutemaschine und Steuerung nicht aufbringen kann. Diese Anlagen übernimmt ein Elektriker, gegen Spende, und wird sie als Ersatzteillager nutzen, um andere Läutemaschinen in Stand zusetzen.

Am 9. März 1967 wurden die drei Glocken in den neu errichteten Turm gehängt. Sie tragen die Aufschrift “Friede”, “Freude” und “Liebe”, die in Galater 5,22 als Früchte des Geistes genannt werden. Sie sind 620, 465 und 300 kg schwer.

Auch die kleinere Bronzeglocke aus dem Dachreiter der Johanneskirche wird jetzt ausgebaut. Sie wird im Zentrum Erlöserkirche aufbewahrt und soll später einen Platz am neuen Gemeindezentrum erhalten.

Die Glocke stammt aus dem Jahr, als die Johanneskirche gebaut wurde, 1954. Sie trägt die Inschrift “Ich bin das Brot des Lebens” aus dem Johannesevangelium. Ursprünglich von Hand geläutet später automatisch, wurde sie 1967 stillgelegt, wegen befürchteter Schäden am Bau.

Damit werden die großen Baumaßnahmen der Ev. Kirchengemeinde an der Stettiner Straße eingeläutet. Das Presbyterium hat beschlossen das Zentrum an dem Standort zu verkleinern und, dass das Grundstück neu genutzt und bebaut werden soll. Ein Teilstück wird verkauft und mit 8 Sozialwohnungen bebaut, der größte Teil wird in Erbpacht vergeben. Dort entstehen 28 Eigentumswohnungen. Ein Teil, an der Stettiner Straße bleibt im Eigentum der Gemeinde. Dort wird ein Gebäude mit 8 Mietwohnungen unterschiedlicher Größe, und mit Gemeinderäumen im Erdgeschoss entstehen. Im Januar 2017, wurde die Johanneskirche entwidmet. Die Orgel hat eine Ungarische Gemeinde erworben, dort erklingt sie seit Oktober 2017 wieder.

Auch das runde Abendmahlsfenster wird im Laufe des Januar ausgebaut und aufbewahrt, bis es einen Ort im neuen Zentrum findet.

Mitte Januar sollen alle nötigen Verträge zwischen Kirchengemeinde und Bauträger unterzeichnet werden. Nach Vertragsunterzeichnung gehen die Arbeiten dann im Januar weiter: vor der Brutsaison müssen Bäume und Sträucher entfernt werden. Nach Erteilung der Baugenehmigung werden die Abbrucharbeiten voraussichtlich im März beginnen, ab Mitte 2019 die Bauarbeiten. Mitte 2021 sollen die neuen Gebäude bezugsfertig sein.

Mehr zur Johanneskirche und ihren Glocken: Hier

Die Glocken der Johanneskirche (6 Minuten, Aufnahme: Günter Friese):

 

Foto: Volker Gutsmann