Gemeinsam vor Gott – für alle Menschen – in Zeiten von „Corona“

Eine Einladung der ACK

Die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Langenfeld (ACK) macht sich stark für eine Gemeinschaft, die sich im Gebet zusammenfindet. Dazu braucht es keine Versammlung. Dazu braucht es nur den Willen, inne zu halten. Für wenige Minuten gilt es, alle Tätigkeiten zu unterbrechen. Es gilt, einen Moment zur Ruhe zu kommen.

Manche kennen das aus Aufenthalten in Klöstern. Wenn die Glocken zu Gebet und Einkehr rufen, wird dort alle Arbeit nahezu abrupt unterbrochen, ob im Garten, am Schreibtisch, in der Küche. Nichts muss mehr eben noch fertig gemacht werden. Nein, es gilt für einen Moment mal das Unfertige, das Unvollkommene auszuhalten. Jetzt ist angesagt, sich einfach vor Gott selbst wahrzunehmen, als sein Werk in seiner Schöpfung. Alles Leben stammt von Gott, auch das eigene. ER hält es in seinen Händen. Immer.

Als Christen in unserer Stadt fühlen wir uns verbunden mit allen Menschen, die sich mit uns sorgen. Mit denen, die leiden und mit denen, die Not lindern, wo auch immer. In einem ökumenischen Gebet, das wir Ihnen hiermit zur Verfügung stellen, können Sie sich einbinden in diese Gebetsgemeinschaft. Im Erzbistum Köln erklingen die Glocken allabendlich dazu besonders um 19.30 Uhr. Die ACK wird sich dieser Gepflogenheit anschließen. So werden auch die Glocken an der Martin-Luther-Kirche in Reusrath und an der Erlöserkirche in Immigrath jeden Abend zu diesem besonderen Gebet einladen. Aus der ACK Südwest stammt der Gebetstext von Bischof Wiesemann und Kirchenpräsident Schad, den Markus Schäfer aus der Evangelischen Kirche im Rheinland auf die Verhältnisse in NRW angepasst hat. Sie finden diesen Gebetstext auch auf den homepages der Kirchen.

Der Vorstand der ACK in Langenfeld:

Anneliese Schwarz, Vorsitzende der ACK Langenfeld, Angela Schiller-Meyer, Pfarrerin und Ulrich Keller, Ältester der Apostolischen Gemeinschaft

Ökumenisches Gebet in Zeiten der Corona-Krise, auch zum Glockenläuten

Guter und barmherziger Gott!
In Zeiten von Verunsicherung und Krankheit kommen wir gemeinsam zu Dir und werfen alle unsere Sorgen auf Dich.
Du schenkst uns neue Zuversicht, wenn uns Misstrauen und Unsicherheit überwältigen.
Du bleibst uns nahe, auch wenn wir Abstand voneinander halten müssen.
Wir sind in deiner Hand geborgen, selbst wenn wir den Halt zu verlieren drohen.

Wir bitten dich:
für alle Menschen, die sich mit dem Corona-Virus angesteckt haben und erkrankt sind;
für alle Angehörigen, die in tiefer Sorge sind;
für alle Verstorbenen und für die, die um sie trauern;
für alle, die Angst um ihren Arbeitsplatz haben und um ihre Existenz fürchten.
Sei ihnen allen nahe, gib ihnen neue Hoffnung und Zuversicht,
den Verstorbenen aber schenke das Leben in deiner Fülle.

Wir bitten dich:
für alle Ärztinnen und Ärzte, für alle Pflegenden in den Kliniken, Heimen und Hospizen;
für alle, die Verantwortung tragen in Staat, Gesellschaft und Wirtschaft;
für alle, die uns Tag für Tag mit dem Lebensnotwendigen versorgen;
für alle Seelsorgerinnen und Seelsorger, die den Menschen Gottes Frohe Botschaft zusagen.
Sei auch ihnen nahe und schenke ihnen Kraft, Mut und Zuversicht.

Wir bitten dich:
für die jungen Menschen unter uns, die Kinder und Jugendlichen,
für alle, die um ihre Zukunft fürchten,
für die Familien, die die erzwungene Nähe nicht gewohnt sind,
für alle, die die Betreuung von Kindern und Jugendlichen übernommen haben.
Sei ihnen allen nahe, schenke ihnen Geduld und Weitsicht, Verständnis und Hoffnung.

Wir bitten dich:
für die Menschen weltweit, deren Gesundheit an jedem Tag gefährdet ist,
für alle, die keine medizinische Versorgung in Anspruch nehmen können,
für die Menschen in den Ländern, die noch stärker von der Krankheit betroffen sind.
Sei ihnen allen nahe und schenke ihnen Heilung, Trost und Zuversicht.

Auch bitten wir dich für uns selbst:
Lass uns trotz aller Sorgen den Blick für die anderen nicht verlieren und ihnen beistehen.
Mache uns bereit, Einschränkungen in Kauf zu nehmen
und lass uns dazu beitragen, dass andere Menschen nicht gefährdet werden.
Erhalte in uns die Hoffnung auf dich, unseren Gott,
der uns tröstet wie eine liebende Mutter und der sich aller annimmt.
Dir vertrauen wir uns an.
Dich loben und preisen wir, heute und alle Tage unseres Lebens bis in Ewigkeit.

Wir beten mit der ganzen Christenheit auf Erden:

Vater unser im Himmel, geheiligt werde dein Name, dein Reich komme, dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns vom Bösen. Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.                                         Fassung der ACK NRW vom 18.3.2020

Bild: © ACK