Geldsammlung für Rettungsschiff

Kollekte in Gottesdiensten für aktuelle Flüchtlingshilfe

Vielen Dank an alle Spender und Spenderinnen die in der Zeit vom 22.12.2019 – 02.02.2020 für die Seenotrettung der Flüchtlinge gespendet haben. Es wurde ein Gesamterlös von 3.295,18 € erzielt.

Inzwischen ist bekannt, welches Schiff zur Flüchtlingsrettung eingesetzt wird: https://www.welt.de/regionales/hamburg/article205493279/Seenotrettung-Ex-Forschungsschiff-Poseidon-wird-Fluechtlingsschiff.html

In den Gottesdiensten der Evangelischen Kirchengemeinde Langenfeld  sammelten wir für ein Schiff, das im Mittelmeer Flüchtlinge aus Seenot rettet. Dazu schreibt der Präses der Ev.Kirche im Rheinland,  Manfred Rekowski: „Mehr als 19.000 Menschen sind seit 2014 im Mittelmeer ertrunken. An dieses tausendfache Sterben wollen wir uns nicht gewöhnen.“ Zusammen mit der Ev.Kirche in Deutschland und dem Aktionsbündnis „Unitet4 rescue – gemeinsam retten“ wird ein Seenotrettungsschiff bereitgestellt. Außerdem werden Geflüchtete in Griechenland unterstützt, die in völlig überfüllten Lagern unter schwierigsten Bedingungen festsitzen. Sie bekommen medizinische Versorgung, Traumatherapien, Unterkünfte und Rechtsberatung.

(Text: Ev.Kirchengemeinde Langenfeld, Foto: Lotz/Der Gemeindebrief))

 

 

Landessynode bittet Gemeinden, dem Bündnis United4Rescue beizutreten

Aufrüttelnder Bericht zur Flüchtlingsproblematik an den EU-Außengrenzen

Bad Neuenahr (15. Januar 2020). Man lässt keinen Menschen ertrinken: Seit Jahren setzt sich die Evangelische Kirche im Rheinland gegen das Sterben im Mittelmeer und für die zivile Seenotrettung ein. Jetzt bittet die derzeit in Bad Neuenahr tagende Landessynode die Kirchenkreise, Gemeinden, kirchlichen Institutionen und Werke, dem Bündnis „United4Rescue – Gemeinsam Retten“ beizutreten und dessen Spendenaktionen zu unterstützen.

Schwerpunkt: Die Situation junger Geflüchteter

Die Europäische Union setze auf Abschottung. Ein gemeinsamer solidarischer Ansatz der Mitgliedsstaaten für Zugang und Aufnahme von schutzsuchenden Menschen fehle weiterhin, heißt es in dem 16 Seiten starken „Bericht  zur Flüchtlingsproblematik an den EU-Außengrenzen“, der der Landessynode vorgelegt wurde. Der inzwischen zehnte Bericht (Stand 16. September 2019) stellt die politischen und rechtlichen Entwicklungen im Bereich von Flucht und Migration auf Ebene des Staatenverbundes dar und beschreibt die Zustände an dessen Außengrenzen. Schwerpunktthemen sind außerdem die Situation junger geflüchteter Menschen und die Seenotrettung im Mittelmeer in Verbindung mit der Aufnahme von Geflüchteten in den Kommunen.

Stichwort: Bündnis United4Rescue

Das Bündnis „United4Rescue – Gemeinsam Retten“ unterstützt zivile Rettungsorganisationen, die im Mittelmeer dem Ertrinken von Menschen auf der Flucht nicht tatenlos zusehen. Hinter dem Bündnis steht der Trägerverein Gemeinsam Retten e. V. als unabhängige gemeinnützige Organisation. Der Verein wurde im November 2019 gegründet. Die Evangelische Kirche im Rheinland ist Bündnispartnerin von United4Rescue.

https://www.united4rescue.com/

Text: Ev.Kirche im Rheinland

100.000 Euro für ein Rettungsschiff und Kollekten gegen Not in Flüchtlingslagern

Kirchenleitung schließt sich dem Aktionsbündnis „United4Rescue“ an

3.12.2019

Düsseldorf. Die Evangelische Kirche im Rheinland gibt 100.000 Euro an „United4Rescue – Gemeinsam retten“. Das heute in Hamburg vorgestellte Aktionsbündnis, dem sich die Kirchenleitung angeschlossen hat, will ein Schiff zur Seenotrettung im Mittelmeer bereitstellen. Gleichzeitig ruft Präses Manfred Rekowski die 687 rheinischen Kirchengemeinden zwischen Niederrhein und Saarland zu einer Sonderkollekte auf, die insbesondere in Griechenland gestrandeten Bootsflüchtlingen helfen soll.

„An dieses tausendfache Sterben wollen wir uns nicht gewöhnen“

„Mehr als 19.000 Menschen sind seit 2014 im Mittelmeer ertrunken. Immer wieder schrecken uns Nachrichten auf, die von neuen Toten berichten. An dieses tausendfache Sterben wollen wir uns nicht gewöhnen“, schreibt Präses Rekowski in einem Brief an die Gemeinden der Evangelischen Kirche im Rheinland. Seit Jahren setze sich die rheinische Kirche gegen das Sterben im Mittelmeer und für die zivile Seenotrettung ein. „Angesichts der humanitären Katastrophe und des fortdauernden politischen Stillstands auf europäischer Ebene reichen Appelle allein nicht länger aus“, so der Präses. Gemeinsam mit vielen anderen hat die Evangelische Kirche im Rheinland wiederholt deutlich gemacht, dass es dringender denn je Seenotrettung und einen europäischen Verteilmechanismus für Bootsflüchtlinge braucht.

Unterstützung durch die Landessynode schon im Januar 2019

Schon im Januar 2019 hat die Landessynode der Evangelischen Kirche im Rheinland auf Vorschlag der Jugendsynode beschlossen, die Bereitstellung eines neuen Seenotrettungsschiffes zu ermöglichen. Zwischenzeitlich hat der Rat der EKD einen Impuls des Deutschen Evangelischen Kirchentages aufgegriffen und nun zu einem breiten zivilgesellschaftlichen Bündnis „United4Rescue – Gemeinsam retten“ aufgerufen, das die zivile Seenotrettung mit einem neuem Rettungsschiff sowie die Seenotrettung insgesamt unterstützt. Die Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) hat Mitte November dieses Vorhaben aufgegriffen und empfiehlt allen Kirchengemeinden, dieses Aktionsbündnis zu unterstützen. „Dies greife ich gerne auf und ermutige Sie, sich diesem Aktionsbündnis anzuschließen“, appelliert Manfred Rekowski an die Kirchengemeinden: „Ich weiß sehr wohl: Ein einzelnes Rettungsschiff löst die Gesamtproblematik von Flucht und Migration nicht. Doch es ist ein eindeutiges Signal dafür, dass unsere Gesellschaft die Werte der Humanität nicht aufgibt. Und es rettet Menschenleben.“ Deshalb habe die rheinische Kirchenleitung  ihrerseits beschlossen, in Umsetzung des Beschlusses „Zur Flüchtlingsproblematik an den EU-Außengrenzen“ vom Januar 2019 100.000 Euro zur Bereitstellung eines Seenotrettungsschiffes zur Verfügung zu stellen.

Hilfe für Flüchtlinge in den griechischen Lagern

Die Klingelbeutelkollekte, um deren Sammlung Präses Rekowski die Gemeinden in den kommenden Wochen bittet, sollen zum einen in das Aktionsbündnis „United4Rescue – Gemeinsam retten“ fließen und zum andern aber auch Bootsflüchtlinge unterstützen, die insbesondere in Griechenland gestrandet sind und dort unter verheerenden Bedingungen ausharren müssen. „Insbesondere in den Lagern auf den griechischen Inseln, aber auch auf dem Festland, spitzt sich die humanitäre Lage seit Wochen zunehmend zu“, berichtet Rekowski. Die Kollekte wird zur einen Hälfte dem Aktionsbündnis „United4Rescue – Gemeinsam retten“ zufließen, mit der anderen Hälfte sollen in Griechenland folgende Projekte unterstützt werden:

  • Die Oekumenische Werkstatt für Flüchtlinge NAOMI. Sie leistet in Thessaloniki Nothilfen für besondere Schutzbedürftige, wo staatliche Fürsorge versagt: kurzfristige Unterkünfte bei Obdachlosigkeit, medizinische Versorgung und Medikamente, Therapie für Behinderte und Traumatisierte und Auslagen für das tägliche Überleben.
  • Die Flüchtlingsarbeit der Griechisch Evangelischen Kirche, insbesondere der Kirchengemeinde in Katerini.
  • Die deutsch-griechische Menschenrechtsorganisation Equal Rights Beyond Borders. Sie unterstützt Schutzsuchende auf den Inseln in der griechischen Ägäis und auf dem griechischen Festland. Alle Zuwendungen kommen konsequent der Stärkung von Rechten Schutzsuchender zugute. Besonderer Schwerpunkt ist dabei die rechtliche Beratung in Familienzusammenführungsfällen.
  • Die Organisation Refugee Support Aegean. Gemeinsam mit ProAsyl deckt sie Missstände auf, unterstützt durch Nothilfe und leistet Rechtsberatung für Geflüchtete.

Stichwort: United4Rescue – Gemeinsam retten

Hinter dem Bündnis „United4Rescue – Gemeinsam retten“ steht der Trägerverein Gemeinsam Retten e. V. als unabhängige, gemeinnützige Organisation. Der Verein wurde im November 2019 gegründet. Viele Mitglieder setzen sich bereits seit Jahren für die zivile Seenotrettung ein und unterstützen das Bündnis mit ihrer Expertise und ihren Kontakten. Alle Vereinsmitglieder arbeiten ausschließlich ehrenamtlich.

 

 

Text: Ev.Kirche im Rheinland