Die evangelische Kirchengemeinde Langenfeld setzt sich gegen Diskriminierung von homo- und bisexuell lebender Menschen ein!

Seit mehr als 10 Jahren stellt die Ev. Kirchengemeinde Langenfeld dem Deutschen Roten Kreuz Räumlichkeiten in ihrem  Gemeindezentrum Johanneskirche, Stettiner Str.10-14 zur Verfügung. Dem Presbyterium ist durch einen Zeitungsartikel bewusst geworden, dass es homosexuell lebenden Menschen grundsätzlich nicht gestattet ist, Blut zu spenden.

Die Mitglieder des Presbyteriums finden diese Regelungen diskriminierend und ausgrenzend.

Es wird akzeptiert, dass das Deutsche Rote Kreuz die bestehende EU-Verordnungen und die Kriterien der Bundesärztekammer und des Paul-Ehrlicher-Institutes umsetzen muss. Auch wird das Anliegen unterstützt, möglichst jedes Risiko im Bereich der Blutspende auszuschließen. Jedoch wird dem betroffenen Personenkreis grundsätzlich ein HIV-riskantes Verhalten durch wechselnde Partnerschaften unterstellt.

Konkret  könnte in den Fragebögen für Spender nicht mehr nach der sexuellen Orientierung, sondern nach der Häufigkeit wechselnder Sexualkontakte gefragt werden.

Ergebnis: Gesunde Homosexuelle, die in einer monogamen Beziehung leben und geschützten Sex praktizieren, dürften Blut spenden – und promiskuitiv Lebende, egal ob Schwule, Bi- oder Heterosexuelle, aber nicht.

Um zu verhindern, dass sich eine ganze Bevölkerungsgruppe diskriminiert fühlt, bzw. unter Generalverdacht gestellt wird, richtete die Ev. Kirchengemeinde  einen entsprechenden Antrag an die Bundesärztekammer, den sich die Kreissynode des Kirchenkreises Leverkusen auf ihrer Tagung am 19. Juni 2010 in Leverkusen-Rheindorf ebenfalls zu Eigen machte.

In Ländern wie Spanien und Italien ist es in den vergangenen Jahren zu eben diesen Änderungen gekommen, sodass dort nicht die sexuelle Orientierung, sondern das wirkliche Risikoverhalten als Grundlage herangezogen wird; ganz so, wie es das europaweite Antidiskriminierungsgesetz verlangt.