Eine Kerze für Konfirmandinnen und Konfirmanden

Eine Kerze für Konfirmandinnen und Konfirmanden

Im Mai sollten auch in Langenfeld Konfirmationen stattfinden. Sie sind auf einen späteren Zeitraum verschoben worden. Dazu schreibt ein Patenonkel:

Liebe Paula,

jetzt hattest Du dich so auf deine Konfirmation gefreut. Du warst im Konfirmandenunterricht, hast viele Gottesdienste besucht und in manchen aktiv mitgemacht. Dass Deine Eltern und Geschwister, die Großeltern und alle anderen Verwandten, Freunde und auch ich als Dein Patenonkel jetzt nicht mit Dir feiern können, schmerzt uns alle. Den neuen Termin wird Dein Pfarrer Dir noch nennen. Ich hoffe, dass die Normalität uns dann wieder hat und wir Dich dann in die Mitte nehmen und auch wieder umarmen dürfen! Du teilst dieses Schicksal mit Deiner ganzen Gruppe, und genauso geht es allen, die in dieser Zeit ein Kind taufen oder sich trauen lassen wollten. Schade, und leider nicht zu ändern.

Ich habe beobachtet, wie Du dich verändert hast. Was warst Du niedlich bei Deiner Taufe! Im Konfirmandenunterricht hast Du fast noch als Kind angefangen, und wenn wir Konfirmation feiern werden, bist Du dabei, eine junge Frau zu werden. Du hast Erfahrungen gemacht, die dich prägen: mit der Schule und wechselnder Motivation, mit Deiner Clique, zu der jetzt auch Jungs gehören, mit Deinen Eltern, die Du mal knuddeln möchtest und die Du dann wieder krass ablehnst. Du hast auch die Erfahrung von Verunsicherung gemacht, wie binnen weniger Tage und Wochen Dein Leben eingeschränkt wird. So etwas geschieht, ohne dass Du gefragt wurdest, ob Du das willst. Und damit hast Du eine Lebenserfahrung, die andere erst im fortgeschrittenen Alter machen oder wenn Krankheit oder Schicksalsschläge kommen. Deine Phantasie ist jeden Tag gefragt, das Beste daraus zu machen. Denk immer daran, was Du alles schon geschafft hast in Deinem Leben, und vertraue darauf, dass Gott Dir auch weiter hilft.

Dein Glaube hat sich auch verändert. Er ist mitgewachsen und ist reifer und überlegter geworden. Immerhin kann man Dir nicht einfach alles erzählen – Du kannst ganz schön kritisch nachfragen und lässt nicht gelten, was einfach nur so daher gesagt wird. Besonders kritisch bist Du, wenn Du Unrecht spürst oder Du einen Widerspruch sieht zwischen dem, was gesagt und dann getan wird.

Ich wünsche Dir von Herzen, dass Du immer daran denkst, wie wertvoll Du bist. Und dass Dein Reden und Handeln Gutes bewirken kann in Deiner Umgebung. Vergiss nie, dass Du geliebt bist von Deinen Eltern und Verwandten und Freunden und unendlich geliebt bist von Gott – egal, was passiert. Und vergiss nie, dass diese Welt Dich braucht. Wer weiß, was Gott mit Dir alles vorhat.

Ich werde immer wieder eine Kerze für dich anzünden – Zeichen der Hoffnung und Symbol meiner Gebete für Dich seit Deiner Taufe. Ich werde bis zu Deiner Konfirmation und auch danach für Dich beten.

Sei gegrüßt und bleib gut behütet,
Dein Patenonkel

 

Text c/o Bleckmann, Grafik: Pfeffer/Der Gemeindebrief