Das kannst Du nicht wollen – Luther ?! Bibelarbeit zu Phil 4,13

„Der Wille ist ein Gefangener und ein Sklave der Sünde. Er ist nur frei zum Bösen.“ Schon 1518 argumentiert Luther gegen den ‚freien Willen‘ in der Heidelberger Disputation und führt später drastisch aus: „So ist der menschliche Wille… wie ein Lasttier; wenn Gott darauf sitzt, will er und geht er, wohin er will… Wenn der Satan darauf sitzt, will er und geht er, wohin Satan will. Und es liegt nicht in seiner freien Wahl, zu einem von den beiden Reitern zu laufen und ihn zu suchen, sondern die Reiter selbst kämpfen darum, ihn festzuhalten und ihn in Besitz zu nehmen.”
Sind wir – besonders wir Protestanten – also ‚vom Teufel geritten‘, wenn wir auf Eigenständigkeit, Entscheidungsfreiheit und Unabhängigkeit setzen (allesamt hohe Güter unserer religiösen Tradition). Oder gibt es in uns Menschen doch einen letzten Kern unabhängiger Kraft, die sich aus sich selbst heraus GOTT zuzuwenden vermag – so der humanistische Gegenspieler Erasmus von Rotterdam.
Scheinbar spricht alles – gegen Luther und seine radikale Haltung. ABER … wie frei sind wir wirklich. Paulus sagt dazu: „Ich vermag alles”, und präzisiert sofort „durch den, der mich mächtig macht, Christus” (Philipper 4, 13).
Zu einer Bibelarbeit über den (un)freien Willen lädt Pfarrer Pasquay ein am Donnerstag, den 9. November 2017 um 20.00 Uhr in die Erlöserkirche.
Foto und Layout: Andreas Pasquay