Bibliodrama – Donnerstag 5. Oktober 2017, 20.00 Uhr- Erlöserkirche Hardt 23

Wer ich auch bin, Du kennst mich, Dein bin ich, o Gott

Bibelarbeit zu Röm 4,7+8

 „Wer bin ich?“ fragte Dietrich Bonhoeffer (an sich selber ver-zweifelnd) 1944 im Gestapogefängnis Berlin-Tegel. „Bin ich das wirklich, was andere von mir sagen? Oder bin ich nur das, was ich selbst von mir weiß?“ Aufgeschrieben sind die Worte in seinen Erinnerungen ‚Widerstand und Ergebung – Briefe und Aufzeichnungen aus der Haft. „Bin ich denn heute dieser und morgen ein anderer? Bin ich beides zugleich?“ Immer wieder diese Doppelung – ja und nein, heute und morgen, ich und die anderen …!

Nicht nur in der Psychologie, auch in der (lutherisch-reformatorischen) Theologie hat diese Doppelung einen guten Grund: Jeder einzelne Mensch mit seiner/ihrer unteilbaren einzigartigen Individualität lebt immer – so Luther – unter zwei Aspekten: Er/sie ist (im Glauben) vor GOTT gut (gerecht) – und – er/sie ist immer auch mit Ungutem (Schuld) behaftet. Beides gilt – „simul justus et peccator“ – und dies ist kein Mangel, sondern der wahre Grund zur Freiheit. Nur darum kann Bonhoeffer sein Gedicht mit den Worten schließen: „Wer ich auch bin, Du kennst mich, Dein bin ich, o Gott!“

Zu einer biblischen Arbeit zum reformatorischen Menschenbild (Röm 4,7+8) lädt Pfarrer Pasquay ein am Donnerstag, den 5. Oktober um 20.00 Uhr in die Erlöserkirche.

Foto und Layout: Andreas Pasquay