Bibeltexte der Reformation

„Solam scripturam regnare“
Bibliodrama im Reformationsjahr 2017

Er hielt sie für eine ‚Königin‘. Er nahm sie so sehr ernst, dass die gelehrtesten Gelehrten, die königlichsten Könige, ja selbst der Papst in Rom – seiner Ansicht nach – ihr gegenüber den Hut ziehen und ihre je eigen angeeignete Unfehlbarkeit für fehlbar bezeichnen sollten. Streitbar stand er für sie ein – wie ein treuer Knappe für seine Herrin: „Hier stehe ich und kann nicht anders!“ Und er nahm sie wörtlich – ebenso wie er „dem Volk auf’s Maul schauen wollte“. Auch wenn er selbst ein Meister der Disputation, der Rhetorik und des gesprochenen Wortes war, ihr gegenüber verstummte seine Deutungsmacht. Und er wollte, dass darum auch alle Deutungshoheit der Klugen und Frommen seiner Zeit (incl der Mutter Kirche) ihr gegenüber null und nichtig zu sein hatte. Warum? Er, der Reformator aus Wittenberg, Dr. Martinus Luther (und die Seinen) erkannte in ihr, der heiligen Schrift ihn, Christus selbst: „Sola Scriptura“ – „Solus Christus“. Aus diesem Urgestein erwuchs evangelischer Glaube – bis heute: Protestantismus life.
„Solam scripturam regnare“ (Allein die Schrift möge regieren) – der ‚Königin der Reformation‘ wollen wir im 500. Jubiläum unserer Kirche wertschätzend dienen, indem wir im Rahmen der Bibelarbeiten an der Erlöserkirche (mit Impulsen aus dem Bibliodrama, Bibliolog, der ästhetischen Bildung und Playing Arts) uns der grundlegenden biblischen Texten widmen, die für die Reformatoren (Luther, Calvin, Melanchton und Zwingli) zur Basis ihrer Erneuerung der Kirche wurden. So frage wir uns z.B., was es denn ursprünglich – im biblischen Zusammenhang Röm 3,22 – heißt, „allein aus Glauben selig zu werden“ (und in diesem Zusammenhang immer auch, was dies für uns heute und persönlich bedeutet). Diese Bibelarbeiten sind keine theologischen Vorträge, sondern immer ein offen gestaltetes Ereignis, in dem die Teilnehmenden ihrer eigenen Glaubensspur im Raum des biblischen Textes, in Begegnung mit evangelisch-reformatorischer Lebenspraxis und im Ereignisfeld der jeweiligen Gruppe folgen. Pfarrer Andreas Pasquay (Lehrbibliodramatiker GfB, Playing Art, Bibliolog) wird auch in diesem Jahr diese Bibelarbeiten an der Erlöserkirche leiten und begleiten. Sie finden jeweils einmal im Monat an einem Donnerstagabend zwischen 20.00 und 22.00 Uhr statt. Die Termine für das erste Halbjahr 2017 sind: 26.01. – 23.2. – 23.3. –20.4. – 18.5. – 8.6. – 13.7. Wer daran teilhaben möchte, melde sich bitte unter 02173/22354 oder andreas.pasquay@kirche-langenfgeld.de an).

Foto und Layout: Andreas Pasquay

„Allein aus … Glauben“ Bibelarbeit zu Röm.3,22 Donnerstag 26. Januar 2017 20.00 Uhr - Erlöserkirche Hardt 23

„Wer’s glaubt, wird selig!“ – so weiß es der Volksmund. Und: „Der Glaube versetzt (sogar) Berge“ so zitiert Matthäus Jesus von Nazareth (Mt 17,20), den Gottessohn und unseren Menschenbruder. Aber – w e m will man/frau heute (noch) Glauben schenken – und – w a s soll man/frau heute noch glauben, die die unterschiedlichsten Wertesysteme und Glaubensrichtungen miteinander konkurrieren auf dem weltweiten ‚Markt der Möglichkeiten‘? Die Reformatoren fanden im Übergang vom Mittelalter in die Neuzeit im GLAUBEN ihren größten Halt. Hält dieser Halt den Anforderungen der (Post)moderne stand – besonders in den aktuellen Zeiten der großen Unsicherheit.
Zu diesen Fragen lädt Pfarrer Pasquay (02173/22354 und andreas.pasquay@kirche –langenfeld.de) zu einer gemeinsamen Bibelarbeit zu Röm 3,22 ein am Donnerstag, den 26. Januar 2017 um 20.00 Uhr.
Foto: Volker Raettig
Layout: Andreas Pasquay

Ort: Erlöserkirche, Hardt 21, 40764 Langenfeld

„Sind nicht alle … gleich?!“ Bibelarbeit zu 1. Kor 12, (12-28) 29 (30+31) Donnerstag 23. Februar 2017 20.00 Uhr - Erlöserkirche Hardt 23

„Alle sind gleich, aber manche sind gleicher!“ in George Orwells gesellschaftskritischer Fabel ‚Farm der Tiere‘ (Originaltitel: Animal Farm) wird das Gleichheitsprinzip in einer zukunftspessimistischen Satire in Frage gestellt – nicht von ungefähr 1945 geschrieben, also nach dem Zusammenbruch der NS-Diktatur und in direktem Zusammenhang zum aufkommenden Sowjetimperialismus Stalins. Heute droht sich manches zu wiederholen und die Frage um Macht und Ohnmacht selbst angesichts des grundsätzlichen Postulats der Gleichheit aller Menschen (Artikel 3 Grundgesetz) wird zum drängenden aktuellen politischen und gesellschaftlichen Thema.
Auch die Kirche kannte und kennt bis heute dieses Thema. Vor Gott sind alle gleich – aber gibt es denn auch Menschen, die vor dem Ewigen dennoch ‚gleicher als gleich‘ sind? Die Reformatoren haben hier ein klares NEIN ausgesprochen. Weder Papst noch Bischof, weder König noch Fürst – ja selbst die Heiligen – sind vor Gott gleich (geliebt). Zugleich kennzeichnet gleichzeitig die Unterschiedlichkeit der Menschen im positiven Sinn kirchliches Handeln. Dieser Spur – der EINHEIT IN DER VIELFALT – wird Pfarrer Pasquay (02173/22354 und andreas.pasquay@kirche–langenfeld.de) an Hand von 1. Kor 12 am Donnerstag, den 23. Februar 2017 um 20.00 Uhr nachgehen.
Foto und Layout: Andreas Pasquay