100 Jahre Frauenhilfe Reusrath

Pfarrerin Ulrike Schalenbach (Bonn) gratuliert zum JubiläumMit einem fröhlichen Festgottesdienst feierte die Reusrather Frauenhilfe ihr 100-jähriges Bestehen. Pfarrerin Ulrike Schalenbach von Landesverband der Frauenhilfe im Rheinland ermutigte in ihrer Predigt dazu, den Glauben praktisch zu leben. Dazu gehört „informiertes Beten“, also Fürbitte für Menschen, über deren Notlage sich Frauen kundig gemacht haben. Sie fragte aber auch: „Wie wird es weitergehen mit der Frauenhilfe? Wie mit der Kirche?“ An Aufgaben mangelt es nicht. Die hauptsächlich ehrenamtliche getragene Frauenhilfsarbeit ist ein Beitrag zum Zusammenhalt der Gesellschaft. Die Bildungsarbeit in den 14-täglichen Treffen ist genauso wichtig wie die gegenseitige Hilfe von Mensch zu Mensch und die praktische Mitarbeit in der Gemeinde.

Vom Kreisverband der Frauenhilfe Leverkusen und zugleich von der Schwestergruppe in Langenfeld-Immigrath grüßte Heidi Knaup die Jubilare und rief dazu auf, neugierig zu bleiben. Denn jede Generation steht vor der Aufgabe, die Idee der Frauenhilfe neu in ihrer Zeit zu leben. Friedrich-Wilhelm Frank, Presbyteriumsvorsitzender von Langenfeld, seine Stellvertreterin Pfarrerin Angela Schiller-Meyer und Kirchmeisterin Karin Seitz gehörten zu den Gratulanten wie Pfarrerin Annegret Duffe, Pfarrer Christof Bleckmann und die Ruhestandspfarrer Werner Köhl und Manfred Wiegand. Von der Katholischen Frauengemeinschaft St.Barbara Reusrath grüßte Cilli Zimmermann.

Frauenhilfe Reusrath: GründungsurkndeKaiserin Auguste Viktoria, die Gattin des deutschen Kaisers Wilhelm II., unterzeichnete 1914 die Gründungsurkunde der „Frauenhülfe Reusrath“. Das gerahmte Schmuckblatt erinnert daran. Sozial eingestellte Frauen wurden in den Lazaretten des 1. Weltkriegs gebraucht. Die Reusrather Frauenhilfe heute ist eine lebendige Gemeindegruppe, die regelmäßig Gottesdienste und den jährlichen Basar gestaltet, bei dem tausende Euro zugunsten sozialer Zwecke gesammelt wurden.

Aus der Ankündigung (Stand 25.5.2014):

„Frauenhülfe des evangelisch-kirchlichen Hülfsvereins unter dem Protektorate ihrer Majestaet der Kaiserin und Koenigin Auguste Viktoria. Evangelischer Frauenverein Reusrath anerkannt als Zweigverein der Frauenhülfe“ – in kunstvollen Lettern steht diese Widmung auf einem gerahmten Schmuckblatt, das an die Gründung der Reusrather Frauenhilfe am 7. Juli 1914 erinnert: Auguste Viktoria, die Frau von Kaiser Wilhelm II.,  verkörperte das damalige Ideal der Mutter einer vielköpfigen Kinderschar, setzte sich aber auch sozial ein für die Deutsche Rot-Kreuz-Gesellschaft, den Vaterländischen Frauenverein und den evangelisch-kirchlichen „Hülfsvereins“, der u.a. ein Netz von lokalen „Frauenhülfen“ bildete. Bald schon wurde die Hilfe vieler Frauen bei der Versorgung der Verletzten des 1. Weltkriegs nötig.

Was gibt es zu feiern? Die Frauen, die heute die Reusrather Frauenhilfe bilden, blicken dankbar auf eine Tradition zurück, in der Frauen sich in der Gesellschaft sozial engagierten. Allerdings wollen die Frauen nicht etwa sich selbst feiern. Darum gibt es ein schlichtes, aber von Dankbarkeit bestimmtes Jubiläum, zu dem die ganze Gemeinde herzlich eingeladen ist. Die Festpredigt hält Pfarrerin Ulrike Schalenbach vom Landesverband der Evangelischen Frauenhilfe im Rheinland.

Die Reusrather Frauenhilfe ist heute eine Gruppe von ca. 20 Frauen, die sich vierzehntäglich zu Gesprächen, interessanten Themen und einem geistlichem Impuls treffen. Darüber hinaus gibt es monatlich eine zweite Gruppe, in der Schönes und Nützliches gebastelt wird, um es beim traditionellen Basar zugunsten sozialer Zwecke zu verkaufen. Viele tausend Euro sind über die Jahre gesammelt worden für die Kindernothilfe, diakonische Projekte in Rumänien und in Deutschland. Mehrmals im Jahr gestaltet die Frauenhilfe besondere Termine im Gemeindekalender: Der Basar am Ewigkeitssonntag ist seit vielen Jahren ein Treffpunkt für viele, auch für Friedhofsbesucher an dem Tag. Am 2. Advent gestalten die Frauen jährlich einen Adventsgottesdienst in der Martin-Luther-Kirche. Und mit vielen anderen Frauen aller Konfessionen ist die Reusrather Frauenhilfe dem Weltgebetstag verbunden.

Frauenhilfe – im Namen steckt, dass er ums Helfen geht. In der Gemeinde haben Frauen sehr viel geleistet und tun es weiter: im Presbyterium, als Lektorinnen, bei Veranstaltungen und in der Seelsorge bei alten und kranken Menschen. Dies geschieht selbstverständlich und ohne großes Aufheben, wenn Mitglieder der Frauenhilfe Anteil nehmen an Freude und Kummer der Mitschwestern und anderer Menschen in der Gemeinde. Man kann und braucht dafür keine Pokale zu verleihen, aber dass Vernetzung von Mensch zu Mensch geschieht, ist kostbar und wird immer wichtiger in einer älter werdenden Gesellschaft. Die Treffen der Frauenhilfe sind kommunikativ, bringen auf neue Gedanken und sind offen für alle Interessierten. Herzlich willkommen!

Mit einem fröhlichen Festgottesdienst feierte die Reusrather Frauenhilfe ihr 100-jähriges Bestehen. Pfarrerin Ulrike Schalenbach von Landesverband der Frauenhilfe im Rheinland ermutigte in ihrer Predigt dazu, den Glauben praktisch zu leben. Dazu gehört „informiertes Beten“, also Fürbitte für Menschen, über deren Notlage sich Frauen kundig gemacht haben. Sie fragte aber auch: „Wie wird es weitergehen mit der Frauenhilfe? Wie mit der Kirche?“ An Aufgaben mangelt es nicht. Die hauptsächlich ehrenamtliche getragene Frauenhilfsarbeit ist ein Beitrag zum Zusammenhalt der Gesellschaft. Die Bildungsarbeit in den 14-täglichen Treffen ist genauso wichtig wie die gegenseitige Hilfe von Mensch zu Mensch und die praktische Mitarbeit in der Gemeinde.

Sonntag, 20. Juli 2014

11 Uhr Festgottesdienst in der Martin-Luther-Kirche zum 100jährigen Bestehen der Frauenhilfe Reusrath mit Pfarrerin Ulrike Schalenbach (Bad Godesberg)

anschließend Empfang im Gemeindehaus

Texte und Fotos: Christof Bleckmann