Bibliodrama – was ist das bloß?

Andreas Pasquay

Pfarrer Andreas Pasquay, Lehrbibliodramatiker in der Gesellschaft für Bibliodrama, beschreibt in 10 Sätzen, was Bibliodrama bedeutet:

1. Gemeinsame Arbeit am biblischen Text mit „HERZEN,MUND UND HÄNDEN“.
2. Lust und Freude an KREATIVEN FORMEN, an Tanz, Spiel und Klang.
3. Den ‘TEXT als RAUM’ entdecken, in dem Begegnung zwischen Glauben und Leben glaubhaft lebt.
4. Den TEXT als GRUND wahrnehmen, der einen geschützten Stand sichert und so ungewöhnliche Schritte ermöglicht.
5. Eine Brücke zwischen eigener Biographie und der TEXT-GESCHICHTE finden.
6. Biblische Bilder in BEWEGUNG kommen lassen und ihnen bewegt begegnen.
7. Alte Bilder neu malen und NEUE GEDANKEN in ALTEN FORMEN wiederfinden.
8. Mut zur IMPROVISATION.
9. Arbeit in geschütztem Raum der GRUPPE und in qualifizierter, kompetenter Begleitung.
10.BIBELARBEIT als GOTTES-DIENST, als Gebet und als Ausdruck ihrer/seiner selbst vor Gott.
Wenn Sie sich noch intensiver mit der Arbeit des Bibliodramas beschäftigen möchten, können Sie die internet-Seite der Gesellschaft für Bibliodrama besuchen oder auch einen Blick auf die Titelseiten der Zeitschrift werfen, die von der Gesellschaft herausgegeben wird (bitte haben Sie beim Anklicken der Titelseiten etwas Geduld – die Datei ist relativ groß.).

ICH bin … ICH – Neue Themenreihe „Bibelarbeit an der Erlöserkirche“

‚Wer bin ich?‘ – die Frage stellt sich oft und das nicht nur in Anlehnung an jenes berühmte Gedicht Dietrich Bonhoeffers, der sich angesichts seiner aussichtslosen Lage im Militärgefängnis Berlin-Tegel fragte „Bin ich das wirklich, was andere von mir sagen? Oder bin ich nur das, was ich selbst von mir weiß?“ und der schlussendlich doch in das Bekenntnis einstimmen konnte „Wer ich auch bin, Du kennst mich, Dein bin ich, o Gott!“
Es geht um Selbsterkenntnis, Selbstfindung und Selbsterfahrung (aber eben nicht ausschließlich im gemein gruppentherapeutisch Sinn). Es geht immer auch um die Erkenntnis seiner/ihrer Selbst im Licht der GOTTes(er)furcht und –freude. Selbsterkenntnis und GOTTvertrauen gehen (mit)einander ‚Hand in Hand‘ und heben so auf der Spurensuche nach der eigenen Identität den/die Suchende in eine neue Dimension der Freiheit. „Wir sehen jetzt durch einen Spiegel ein dunkles Bild; dann aber von Angesicht zu Angesicht. Jetzt erkenne ich stückweise; dann aber werde ich erkennen, wie ich erkannt bin.“ (1. Kor 13,12)
Auf dieser Suchbewegung werden die Gruppe zuallererst die sogenannten ‚Ich-bin-Worte‘ Jesu aus dem Johannesevangelium begleiten (z.B. „Ich bin der gute Hirte; der gute Hirte lässt sein Leben für die Schafe.“ (Joh. 10,11)) In gemeinsamer Arbeit mit bibliodramatischen Elementen steht das, was der Auferstandene über sich und die Seinen aussagt im Vordergrund – im Hintergrund aber immer auch, was dies in persönlicher, biographischer und existentieller ART&Weise für den/die einzelne Teilnehmerin der Gruppe aussagt (oder aussagen kann). Also (im Beispiel geblieben) ob die ‚Hingabe‘, von der Christus spricht („lässt sein Leben für “) auch im eigenen Erfahrungs- und Sinnhorizont einen ‚Sitz im Leben‘ hat.
Die Bibel – vor allem auch das Erste (Alte) Testament kennt eine große Anzahl weiterer ‚Ich-Bin‘-Aussagen (z.B. „Ich bin wunderbar gemacht“ Ps 139,14, „Ich bin ein Mensch, der Elend sieht“ Klagelieder 3,1 oder auch „Ich bin, der ich bin“ Ex 3,14). Auch sie werden (in Auswahl) Textmaterial und Grundlage des Gespräches und des Austauschs in der Gruppe dieser besonderen Bibelreihe sein.
Seit vielen Jahren arbeitet Pfarrer Andreas Pasquay (Lehrbibliodramatiker GfB und Playing Artist) mit Menschen ganz unterschiedlicher Glaubensform, Konfessionalität und religiöser Geschichte zu biblischen Texten und Themen, die ‚das Leben schreibt‘. Es ist eine spannende, erfahrungsorientierte, kritische und befreiende Arbeit – oft nahe der Kunst & Ästhetik. Oft sagen die Teilnehmenden nach einem der Abende „Das war für mich wie ein Gottesdienst – nur eben ganz anders.“
Vorbedingungen der Teilnahme gibt es nicht. Jede/r der/die auf der Suche nach überzeugenden Formen des Glaubens und der eigenen Person ist, ist eingeladen. Es gibt kein ‚Richtig‘ und ‚Falsch‘, vielmehr gibt es viel an ehrlicher Sinnsuche, Bewegung, Fröhlichkeit und kritischem Ernst. Und der Geist Gottes, der/die immer auch das Seine/Ihre mit in den Prozess mischt hält seine/ihre Hand bewahrend über dieser Arbeit.
Neugierig geworden? Dann kommen sie zu den ersten Abenden im 2. Halbjahr (25. August oder 8. September um 20.00 Uhr in die Erlöserkirche – oder – setzen Sie sich mit Pfarrer Pasquay in Verbindung (02173/22354 oder andreas.pasquay@kirche-langenfeld.de)

Foto / Bearbeitung: Andreas Pasquay

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Bibliodrama - „Ich nehme nichts mit“ (Hiob 1,20) - Donnerstag 8. September 2016 - 20:00 Uhr
Bibliodrama - „Und diese Krankheit … ist schön“ (Hohes Lied der Liebe 2,1) Donnerstag 13. Oktober 2016 - 20:00 Uhr